Morbus Cushing – Überfunktion der Nebennierenrinde beim Hund

Morbus Cushing (benannt nach Harvey Williams Cushing) bezeichnet eine Erkrankung, bei der es zu einer vermehrten Stimulation der Nebennierenrinde und in Folge schließlich zu einer übermäßigen Produktion von Cortisol kommt. Die zusammengefassten Symptome werden auch als Cushing-Syndrom bezeichnet. Die Nebennieren finden sich als erbsengroße Organe, direkt neben den Nieren gelegen, wieder.

Mögliche Ursachen

Sehr häufig (in 80 – 85 % der Fälle) liegt die Ursache für ein Cushing-Syndrom in einem kleinen gutartigen Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Dieser Tumor sendet stetig ein Signal (und zwar das Hormon ACTH) an die Nebennieren, welches diese veranlasst, vermehrt Cortisol zu produzieren und in den Blutkreislauf auszuschütten. Folglich werden die Nebennieren immer größer und produzieren permanent zu viel Cortisol. In selteneren Fällen ist die Ursache auch ein kleiner Tumor in einer der Nebennieren, welcher selbst Cortisol produziert und ausschüttet. Eine dauerhaft zu hohe Cortisolkonzentration im Körper kann zudem auch durch eine zu hohe Medikamentendosierung von Kortison verursacht werden.

Symptome

Die meisten Hunde zeigen klinisch sehr deutliche Symptome wie vermehrtes Trinkverhalten und einen gesteigerten Urinabsatz. Viele Hunde leiden unter Bewegungsunlust, ständigem Appetit und einem vergrößerten Hängebauch. Auch bestimmte Hautveränderungen wie dünnes, stumpfes Fell mit teilweisem Haarverlust und trockene, schuppige Haut können hier als typische Symptome beobachtet werden. Am häufigsten sind kleine, ältere Hunde oder bestimmte Rassen wie beispielsweise Boxer, Dackel und Pudel vom Cushing-Syndrom betroffen.

Diagnose

Bei Verdacht auf Morbus Cushing kann als Nachweis zunächst eine allgemeine Blutuntersuchung vorgenommen werden. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Bauchhöhle und eine Urinuntersuchung im Labor als unterstützende Diagnostik sinnvoll sein. Bei Verdacht auf M. Cushing wird bei Ihrem Hund zweimal im Abstand von einer Stunde Blut abgenommen und dazwischen einmal das Hormon ACTH gespritzt. Diese beiden Blutwerte werden anschließend miteinander verglichen und bestätigen gegebenenfalls den Verdacht einer Cortisolüberproduktion oder möglicherweise auch einer Unterproduktion (Morbus Addison).

Therapie und Prognose

Die Therapie unterscheidet sich je nach Ursache der Erkrankung. Bei einem medikamentell bedingtem Cortisolüberschuss muss die Medikation komplett neu eingestellt werden. Ist die Ursache in einem Tumor der Hirnanhangsdrüse zu finden, kann ein Medikament verabreicht werden, welches die Produktion von Cortisol in den Nebennieren hemmt. Nach einigen Wochen können Symptome der Cushingerkrankung bei einer erfolgreichen Therapie gänzlich verschwinden. Gibt es einen Tumor in der Nebenniere, kann dieser mit dem gleichen Medikament behandelt oder auch operativ entfernt werden. Die Medikamentendosis für Ihren Hund muss in regelmäßigen Abständen vom betreuenden Tierarzt mittels einer Blutuntersuchung kontrolliert werden, um die weitere Wirksamkeit zu gewährleisten.

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