Leistungen Tiermedizin

Allgemeinmedizin

Zu unseren allgemeinmedizinischen Leistungen gehören alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen für Ihr Tier wie Impfungen, die Behandlung von Verletzungen, Erbrechen und Durchfall, Fieber und Ohrentzündungen sowie die Parasitologie. Wir beraten Sie gerne zu Themen wie Ernährung Ihres Tieres oder worauf bei Auslandsaufenthalten zu achten ist. Auch die Früherkennung von Erkrankungen ist besonders wichtig. Darum geben wir Ihnen gerne Tipps, wie Sie selbst Krankheiten bei Ihrem Tier vorbeugen können oder diese frühzeitig erkennen.

Impfungen

Impfungen stellen noch immer einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung teilweise lebensbedrohlicher Krankheiten wie Staupe, Katzenseuche oder Myxomatose dar. Sie bieten Schutz vor Ansteckung und verringern gleichzeitig auch das Ansteckungspotential innerhalb der Tierpopulation. Durch die Entwicklung wirksamer Impfstoffe und ihrer empfohlenen Anwendung, sind die Ausmaße klassischer Infektionskrankheiten für uns kontrollierbar geworden.

Ist eine Impfung denn nötig?

Viele Tierhalter*innen sind heutzutage jedoch aufgrund von immer wieder auftretenden Diskussionen über die Notwenigkeit und Verträglichkeit von Impfungen verunsichert. Diese Tatsache ist durchaus kritisch zu sehen, da es vorkommen kann, dass künftig weniger Halter*innen ihr Tier impfen lassen und Infektionserreger sich ungehindert vermehren können. Eine Impfung schützt Ihr Tier nicht grundsätzlich vor der Ansteckung bestimmter Erkrankungen, aber sie mildert mindestens deutlich die Symptomatik und den Krankheitsverlauf bei einer eventuellen Infektion. Mit der Einhaltung der individuellen Impfempfehlung Ihrer Tierarztpraxis tragen Sie also nicht nur zu einer guten Gesundheit Ihres Tieres bei, sondern schützen damit auch andere.

Die Ständige Impfkommission bewertet regelmäßig den Einsatz von Impfstoffen in der Tiermedizin und spricht Empfehlungen zu ihrer Verwendung aus. Diese können manchmal von den Angaben des jeweiligen Herstellers abweichen. Eine regelrechte Impfpflicht existiert innerhalb Deutschlands für Ihr Tier nicht. Trotzdem ist ein ausreichender Impfschutz für die Gesundheit Ihres Tieres in den allermeisten Fällen anzuraten.

Die individuellen Impfempfehlungen für Ihr Tier werden mit Ihnen ausführlich ab dem ersten Besuch in unserer Praxis besprochen. Sollten Sie die Vermutung haben, dass Ihr Tier die Impfung nicht gut vertragen hat und eventuell Nebenwirkungen zeigt, melden Sie sich bitte in der Tierarztpraxis.

Impfungen für den Hund

Wie oft muss mein Hund geimpft werden?

Für den Hund erfolgt meist eine 3-fache Grundimmunisierung. Diese beginnt in der 8. und endet in der 16. Lebenswoche. Nach weiteren 12 Monaten ist die Grundimmunisierung dann vollständig abgeschlossen. Der 5-fach-Impfstoff schützt gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und die Leptospirose. Ab der 12. Lebenswoche sollte Ihr Hund ebenfalls gegen Tollwut geimpft werden. Viele der genannten Viruserkrankungen können für Ihren ungeimpften Hund sehr gefährlich sein und unter Umständen auch tödlich enden. Daher ist ein ausreichender Impfschutz unbedingt zu empfehlen, um diesen Erkrankungen von Anfang an vorzubeugen. Die Impfintervalle betragen je nach Hersteller für Ihren Hund 1-3 Jahre.

Impfbestimmungen für Auslandsreisen

Im Falle eines geplanten Urlaubes, informieren Sie sich bitte frühzeitig über eventuelle Bestimmungen bezüglich des vorhandenen Impfschutzes des jeweiligen Landes. Für die Einreise in alle EU -Länder benötigen Sie beispielsweise eine gültige Tollwutimpfung, eine Kennzeichnung mit Transponder, sowie einen gültigen EU-Heimtierausweis. Aktuelle Informationen zu den Reisebestimmungen der jeweiligen Länder für Ihren Hund finden Sie auch unter www.petsontour.de.

Was ist ein EU-Heimtierausweis und wann benötige ich einen?

Seit dem 3. Juli 2004 ist der Halter bei einer Grenzüberschreitung mit seinem Tier dazu verpflichtet, einen EU-Heimtierausweis mit sich zu führen. Diese Bestimmung soll dazu dienen, einen aktuell wirksamen Impfschutz gegen Tollwut bei Ihrem Haustier nachzuweisen, welcher außerhalb der EU vorgeschrieben ist.

Wichtige Impfungen für Hunde
Staupe

Die Staupe (canine distemper) ist eine hochansteckende Viruserkrankung des Hundes. Sie kann aber auch andere Carnivore wie zum Beispiel den Fuchs, Wolf oder das Wiesel betreffen. Vor der Einführung der Impfung gegen die Staupe in den 60er-Jahren war sie die verlustreichste Infektionskrankheit des Hundes.

Infizieren können sich theoretisch Hunde jeden Alters vorrangig über Tröpfcheninfektion durch Sekrete oder Exkrete infizierter Tiere. Es erkranken jedoch überwiegend junge Hunde zwischen 3 und 6 Monaten oder insgesamt immunschwache oder ungeimpfte Tiere.

Hepatitis

Die Hepatitis (hepatitis contagiosa canis) ist eine generalisierte Virusinfektion mit dem caninen Adenovirus 1. Die klassische Form tritt heutzutage zwar nur noch selten auf, jedoch ist das Virus häufig an der Ausbildung einer chronischen Leberentzündung beteiligt. Das canine Adenovirus hat sein Vorkommen weltweit und ist gegenüber der Umwelt sehr resistent.

Eine Infektion erfolgt vor allem durch die direkte Aufnahme von Urin oder auch durch Urin verunreinigtes Futter oder Wasser über den Nasen- und Rachenraum. Eine Erkrankung mit dem Virus ist gerade bei jungen und ungeimpften Hunden zu beobachten.

Parvovirose

Die Parvovirose ist eine hochansteckende, weltweit verbreitete Viruserkrankung, welche durch das canine Parvovirus hervorgerufen wird. Eine Ansteckung findet vorwiegend über die Aufnahme von infiziertem Kot oder durch verunreinigtes Futter statt.

Das sehr widerstandsfähige Virus ist besonders für junge, ungeimpfte Hunde eine große und oft tödliche Gefahr und gehört daher zu einer der wichtigsten Impfungen des Hundes im Welpenalter.

Leptospirose

Die Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch eine Infektion verschiedener Formen auftreten kann. Da der Erreger sich besonders gerne im warmen und feuchten Klima vermehrt, ist er häufig im Mittelmeerraum und anderen feuchtwarmen Klimazonen anzutreffen, jedoch zunehmend auch in unserer Region in den Sommermonaten nachzuweisen.

Primäre Wirte sind oft wildlebende Nagetiere, die im direkten oder indirekten Kontakt (kontaminierte Gegenstände, Wasser oder Futter) Überträger sein können. Die Hauptinfektionsquelle stellt jedoch infektiöser Urin dar. Bei Tieren ohne ausreichende Antikörper können sich die Bakterien vermehren und zum Ausbruch der Krankheit führen.

Je nach Ausmaß und vorhandenem Immunsystem kann sich die Leptospirose mit unterschiedlichem Verlauf und verschiedener Symptomatik zeigen. Hier kann ein langsamer, chronischer Verlauf mit Leber- oder Nierenentzündungen, bis hin zum plötzlichen Verlauf mit tödlichen Organschäden beobachtet werden.

Zwingerhustenkomplex

Der sogenannte Zwingerhusten bezeichnet eine hochansteckende Erkrankung der oberen Atemwege. An diesem Krankheitskomplex können Viren sowie auch Bakterien beteiligt sein. Eine Infektion mit beteiligten Viren ermöglicht den Bakterien, sich schließlich zu vermehren und für den Körper schädlich zu werden. Der Name „Zwingerhusten“ lässt sich dadurch ableiten, dass oft Hunde erkranken, die vermehrt Kontakt zu anderen Hunden aufweisen, wie beispielsweise im Tierheim, der Tierpension oder im Zuchtbetrieb.

Ähnlich wie die menschliche Grippe, wird der Zwingerhusten über die Luft oder Tröpfcheninfektion übertragen.

Die typische Symptomatik ist (trockener) Husten, welcher aber nicht ständig auftreten muss, sondern lediglich unter Belastung auftreten kann oder sich eher wie ein Würgen äußert. Bei manchen Hunden erweitert sich der Zwingerhusten auf den Rachenraum und sorgt eventuell für Inappetenz. Weiter können auch Fieber und schwere Entzündungen der Bronchien die Folge einer Zwingerhustenerkrankung sein.

Tollwut

Tollwut ist eine anzeigepflichtige Krankheit, die durch Rhabdoviren auf Menschen und Tiere übertragen werden kann. In unseren Breiten stellt der Fuchs die häufigste Infektionsquelle dar. Doch auch infizierte Wild- oder Haustiere wie unsere Hunde oder Katzen können eine Ansteckungsquelle für andere Tiere und den Menschen sein. Das Tollwutvirus wird durch den Biss eines infizierten Tieres übertragen.

Erste Symptome einer Ansteckung können sich in Verhaltensänderungen, wie hochgradigen Angstzuständen und im weiteren Verlauf aggressivem Verhalten, bis hin zu Lähmungserscheinungen zeigen. Ist die Tollwut einmal ausgebrochen, endet sie immer tödlich. Auch wenn Deutschland aktuell als tollwutfrei gilt, ist ein Impfschutz für Ihren Hund sehr wichtig und kann dafür sorgen, dass wir auch weiter tollwutfrei bleiben können.

Borreliose

Die Borreliose ist eine von Vektoren (z.B. Zecken, Läuse) übertragene bakterielle Infektionskrankheit unterschiedlicher Spezies und weltweit verbreitet. Die Zecke selbst infiziert sich meist an Wildtieren und übertragt die Bakterien durch ihren Speichel auf das anschließend gebissene Tier. Da dieser Vorgang der Übertragung mindestens 24 Stunden dauert, stellt eine zügig entfernte Zecke in der Regel für Ihren Hund keine Gefahr da.

Symptome einer Borreliose können 2-5 Monate nach der Infektion oder auch noch später auftreten. Daher ist eine Diagnosestellung oft nicht einfach. Zu möglichen Symptomen zählen nach einer anhaltenden Hautrötung an der Stelle des Einbisses auch Fieber, Appetitlosigkeit oder auch Lahmheiten.

Die Impfung gegen Borreliose macht besonders bei Hunden Sinn, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wie beispielsweise Jagdhunde oder auch Reitbegleithunde. Die beste Vorbeugung ist jedoch die regelmäßige Anwendung einer wirksamen Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und das tägliche Absammeln vorhandener Zecken nach dem Spaziergang.

Impfungen für die Katze

Wie oft muss meine Katze geimpft werden?

Für die Katze erfolgt meist eine 2 oder auch 3-fache Grundimmunisierung gegen die Katzenseuche und den wichtigsten Erregers des Katzenschnupfenkomplexes. Die Grundimmunisierung beginnt in der 8. und endet in der 12. bis 16. Lebenswoche. Nach weiteren 12 Monaten ist die Grundimmunisierung dann vollständig abgeschlossen. In der 12. Lebenswoche sollte Ihre Katze ebenfalls gegen Tollwut geimpft werden, sofern sie Freigang genießt. Viele der genannten Viruserkrankungen können für Ihre ungeimpfte Katze sehr gefährlich sein und unter Umständen auch tödlich enden. Daher ist ein ausreichender Impfschutz unbedingt zu empfehlen, um diesen Erkrankungen von Anfang an vorzubeugen. Die Impfintervalle betragen je nach Hersteller für Ihre Katze 1-3 Jahre.

Impfbestimmungen für Auslandsreisen

Im Falle eines geplanten Urlaubes, informieren Sie sich bitte frühzeitig über eventuelle Bestimmungen bezüglich des vorgeschriebenen Impfschutzes des jeweiligen Landes. Für die Einreise in alle EU-Länder benötigen Sie beispielsweise eine gültige Tollwutimpfung, eine Kennzeichnung mit Transponder und einen gültigen EU-Heimtierausweis. Aktuelle Informationen zu den Reisebestimmungen der jeweiligen Länder für Ihre Katze finden Sie auch unter www.petsontour.de.

Was ist ein EU-Heimtierausweis und wann benötige ich ihn?

Seit dem 3. Juli 2004 ist der Halter bei einer Grenzüberschreitung mit seinem Tier dazu verpflichtet, einen EU-Heimtierausweis mit sich zu führen. Diese Bestimmung soll einen aktuell wirksamen Impfschutz gegen Tollwut bei Ihrem Haustier nachweisen, welcher innerhalb der EU vorgeschrieben ist. Desweiteren muss das Tier mit einem Transponderchip gekennzeichnet sein.

Wichtige Impfungen für Katzen

Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen ist eine häufig auftretende Atemwegserkrankung bei Katzen. Da hier mehrere Erreger beteiligt sind, spricht man auch von dem „Katzenschnupfenkomplex“. Die typischen Symptome können aber auch die Augen und die Haut betreffen und sich in unterschiedlicher Ausprägung zeigen: Von einer mild verlaufenden Erkältungssymptomatik bis zu einer tödlichen Lungenentzündung.

Gerade für Kitten, Senioren oder allgemein immungeschwächte Tiere kann eine Erkrankung mit dem Katzenschnupfenkomplex sehr gefährlich verlaufen.

Katzenseuche

Bei der Katzenseuche (Parvovirose) handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch das Feline Panleukopenievirus bei der Katze hervorgerufen wird.

Die Übertragung erfolgt über den Kot eines infizierten Tieres, entweder durch direkten Kontakt oder durch kontaminierte Gegenstände oder Futter. Da Parvoviren sehr resistent sind, kann eine Abtötung der Viren nur durch spezielle Desinfektionsmittel erreicht werden.

Erkrankte Katzen können Symptome wie Inappetenz, Apathie, Erbrechen und auch blutigen Durchfall zeigen. Selten gibt es auch Verläufe mit plötzlichen Todesfällen.

Besonders gefährdet, an der Katzenseuche zu erkranken, sind Jungtiere, welche nicht oder nicht ausreichend geimpft sind.

Da es sich bei Katzenschnupfen und Katzenseuche um hochgradig ansteckende Erkrankungen handelt und die Erreger auch durch Menschen über Kleidung und Gegenstände ins Haus gebracht werden können, ist eine Impfung nicht nur bei Katzen mit Freigang anzuraten!

Tollwut

Tollwut ist eine anzeigepflichtige Krankheit, die durch Rhabdoviren auf Menschen und Tiere übertragen werden kann. In unseren Breiten stellt der Fuchs die häufigste Infektionsquelle dar. Doch auch infizierte Wild- oder Haustiere wie unsere Hunde oder Katzen können eine Ansteckungsquelle für andere Tiere und den Menschen sein. Das Tollwutvirus wird durch den Biss eines infizierten Tieres übertragen.

Erste Symptome einer Ansteckung können sich in Verhaltensänderungen, wie hochgradigen Angstzuständen und im weiteren Verlauf aggressivem Verhalten, bis hin zu Lähmungserscheinungen zeigen. Ist die Tollwut einmal ausgebrochen, endet sie immer tödlich. Auch wenn Deutschland aktuell als tollwutfrei gilt, ist ein Impfschutz für Ihre Katze, sofern sie Freigang hat, sehr wichtig und kann dafür sorgen, dass wir auch weiter tollwutfrei bleiben können.

Leukose (Felines Leukämievirus)

Das weltweit verbreitete Feline Leukämievirus (FELV) ist trotz Impfung und Forschung weiterhin eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten für die Katze.

Da das Virus in der Umgebung nur sehr kurz überlebensfähig ist, kann es überwiegend nur durch direkten Kontakt zu einem bereits erkrankten Tier übertragen werden. Auch ein Beschnüffeln und die gemeinsame Nutzung von Fress- und Ausscheidungsplätzen reichen hier bereits aus.

Am häufigsten sind aufgeschlossene, junge Katzen in einer größeren Katzenpopulation von einer Infektion betroffen. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich glücklicherweise eine gewisse Resistenz in Bezug auf das Virus.

Die Krankheitsbilder können je nach betroffenem Organsystem und eventuell vorhandenem Tumor sehr vielfältig sein. Unabhängig des Krankheitsbildes gibt es für eine FELV-Erkrankung keine Heilungsmöglichkeit und sind lebenslang Infektionsträger.

Trotz der Gefährlichkeit sollte eine Impfung gegen FELV nicht ohne Weiteres durchgeführt werden, da sogenannte „Impf-assoziierten Tumore“ an der Injektionsstelle entstehen können. Daher sollte die Notwendigkeit einer FELV-Impfung möglichst immer abgewogen werden und bestenfalls einem vorigen Bluttest folgen, indem untersucht wird, ob die Katze nicht vielleicht bereits infiziert ist.

Bitte lassen Sie sich im Zweifelsfall von der Tierarztpraxis bezüglich der Notwendigkeit einer FELV-Impfung bei Ihrer Katze beraten!

Impfungen bei Heimtieren

Welche Erkrankungen können für mein Kaninchen gefährlich sein?

Die RHD (Hämorrhagische Kaninchenkrankheit) und die Myxomatose gehören noch immer zu häufigen und gefährlichen Erkrankungen der Kaninchen. Selbst reine Hauskaninchen können unter anderem durch Stechmücken infiziert werden. Da eine Heilung betroffener Tiere kaum möglich ist, bietet eine prophylaktische Impfung den einzig wirksamen Schutz für ein gesundes und langes Kaninchenleben.

Wichtige Heimtierimpfungen

RHD

Die Hämorrhagische Kaninchenkrankheit, abgekürzt RHD, wird durch ein sehr widerstandsfähiges und hochansteckendes Virus verursacht.

Die Übertragung kann im direkten Kontakt mit einem bereits infizierten Tier oder auch über indirekte Übertragungswege wie Insekten, Menschen oder Gegenstände erfolgen.

Seit 2010 gibt es zusätzlich zum klassischen RHD-Virus (RHDV-1) in Europa die Virusvariante RHDV-2. Im Gegensatz zur klassischen RHD-Infektion erkranken hier bereits auch sehr junge Tiere.
Seit kurzem stehen uns hier aber glücklicherweise ebenfalls Impfstoffe zur Verfügung, die das RHDV-2-Virus direkt enthalten und so einen spezifischen Impfschutz bieten.
Beide Virusvarianten können jeweils einen sehr unterschiedlichen Krankheitsverlauf zeigen, welcher von der Aggressivität des Virusstammes und des Immunsystems des Tieres abhängt.
Symptome wie Fieber, Inappetenz, Atemnot, Apathie und auch Blutungen aus dem Maul können auf eine Erkrankung mit RHD hinweisen. Auch plötzliche Todesfälle kurze Zeit nach einer Infektion kommen häufig vor.

Myxomatose

Die Myxomatose ist ein hitzeempfindliches Pockenvirus, das je nach klimatischen Bedingungen und Umgebungsmilieu innerhalb weniger Stunden inaktiv werden oder auch monatelang infektiös bleiben kann.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch stechende und blutsaugende Insekten, wodurch die Erkrankung häufig in den Frühjahrs- und Sommermonaten anzutreffen ist. Da das Virus über Nasen-, Augen- und auch Rachensekrete ausgeschieden wird, ist beispielsweise auch eine Ansteckung über kontaminiertes Futter bei dichter Kaninchenpopulation denkbar.

Bei einem akuten Krankheitsverlauf entwickeln sich unter anderem knotige Schwellungen an den Augen, Ohren und am Maul sowie ggf an den Genitalien, begleitet von Fieberschüben. Diese Gewebsschwellungen können sich durch eiterbildende Bakterien infizieren und das Tier weiter schwächen. Atem- und Schluckbeschwerden führen nicht selten zu Inappetenz des Tieres und die Infektion endet meistens tödlich. Bei einem chronischen Krankheitsverlauf bilden sich wesentlich kleinere Knötchen und die Tiere sind bei vergleichsweise gutem Allgemeinbefinden, können aber ein Leben lang eine stetige Ansteckungsquelle für andere Tiere sein.

Wann sollte ich mein Kaninchen impfen lassen?

Die RHD-1 und -2, sowie Myxomatose-Impfung wird ab einem Alter von 5 Wochen empfohlen und jährlich aufgefrischt. Wenden Sie sich für eine ausführliche Beratung bezüglich der Impfintervalle für Ihr Tier gerne an unser Praxisteam!

Empfehlungen zur Seuchenprophylaxe:
  • Isolieren Sie neu zugekaufte Kaninchen mindestens 3 Wochen vom Rest des übrigen Bestandes
  • Vermeiden Sie Zugang Ihres Kaninchenbestandes zu Wildkaninchen
  • Schützen Sie besonders Tiere in Außengehegen vor blutsaugenden Insekten
  • Lassen Sie alle Tiere Ihres Bestandes gegen die oben genannten Kaninchenerkrankungen impfen
  • Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig sämtliche Gegenstände im Gehege
  • Geben Sie kein Grünfutter, welches im Verdacht steht, mit Viren kontaminiert zu sein

Bei Verdacht einer Myxomatose- oder RHD-Erkrankung nehmen Sie erkrankte oder tote Tiere unverzüglich aus dem Bestand und desinfizieren Sie möglichst die Umgebung und eventuell kontaminierte Gegenstände. Bitte kontaktieren Sie anschließend die Tierarztpraxis für eine Notimpfung der noch gesund erscheinenden Tiere!

Vorbeugung Prophylaxe Alterscheck

Vorsorge ist die beste Medizin

Die beste Gesundheitsvorsorge für Ihr Tier ist nach wie vor ein regelmäßiger Besuch bei Ihrem Haustierarzt. Neben einer gründlichen Allgemeinuntersuchung kann es auch sinnvoll sein, eventuell beobachtete Veränderungen im Verhalten Ihres Lieblings zu besprechen. In der Allgemeinuntersuchung können beispielsweise Zahnprobleme oder auch Parasitenbefall erkannt werden, bevor Sie bei Ihrem Tier deutliche Symptome sehen.

Im Zuge der Vorsorgeuntersuchung kann die Praxis Sie zudem auch über nötige Impfungen und Parasitenprophylaxe (Endo- und Ektoparasiten) individuell beraten und allgemeine Fragen klären. Auch die Krallenpflege kann von Ihrem Tierarzt übernommen werden. Es ist also immer sinnvoll, nicht erst mit dem nächsten Tierarztbesuch zu warten, bis es Ihrem Tier schlecht geht.

In der Regel findet die Vorsorgeuntersuchung im Zuge der jährlichen Impfung statt, da hier eine vorherige gründliche Untersuchung des Tieres unabdingbar ist.

Fit und munter in jedem Alter

Natürlich möchten wir Sie und Ihr Tier von Anfang an gut betreut wissen. Von der Erstvorstellung des Welpen über jährliche Impfungen, bis hin ins hohe Seniorenalter, stehen wir Ihnen und Ihrem Tier zur Seite. Gerade im höheren Alter können so mögliche Krankheiten frühzeitig erkannt werden.

Der Welpe sollte im Alter von 2-3 Wochen erstmalig entwurmt und auf seinen Gesundheitszustand überprüft werden. Wenn er ansonsten fit und munter erscheint, sollten Sie Ihren Welpen dann mit 8 Wochen zur ersten Impfung in der Praxis vorstellen. Nach der erfolgten Grundimmunisierung ist eine jährliche Allgemeinuntersuchung (zum Bespiel auch im Zuge der Impfung) anzuraten, unabhängig davon, ob das Tier gesundheitliche Symptome zeigt.

Ab einem Alter von 7-8 Jahren empfehlen wir im Zuge des jährlichen bis halbjährlichen Allgemeinchecks auch eine Blutuntersuchung vorzunehmen. Bei dieser können wichtige Organ- sowie Entzündungswerte kontrolliert werden, welche eventuell Hinweise auf eine Erkrankung geben können. Neben den Leber- und Nierenwerten, spielt auch die Funktion der Schilddrüse oft eine wichtige Rolle.

Gegebenenfalls kann eine Urinuntersuchung sich ebenfalls als nötig erweisen. Auch zu einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung kann Ihnen aufgrund bestimmter Faktoren geraten werden.

Zusammengefasst kann empfohlen werden, in jeder Lebensphase lieber einmal mehr mit Ihrem Tier die Tierarztpraxis aufzusuchen, als wohlmöglich wichtige Hinweise auf eine mögliche Erkrankung verpasst zu haben.

Notfallmedizin

Notfälle haben in unserer Praxis oberste Priorität. Um darauf optimal vorbereitet zu sein, bitten wir Sie, uns telefonisch darüber zu informieren, um welchen Notfall es sich handelt und wann Sie bei uns eintreffen. Unser kompetentes Team aus Tierärzten und Tiermedizinischen Fachangestellten wird dann alle nötigen Maßnahmen einleiten, um das Leben des Patienten zu retten.

Außerhalb der Sprechzeiten unserer Praxis bitten wir Sie, sich an den Kleintiernotdienst des Kreises Steinburg zu wenden oder die Tierkliniken im Umkreis aufzusuchen.

Was ist ein Notfall?

Ein Notfall in der Medizin bezeichnet alles, was ohne eine sofortige medizinische Behandlung für den Patienten schwere (bleibende) Schäden oder den Tod zur Folge hat und oft grundlegende Lebensfunktionen einschränkt. Dies können unter anderem Magendrehungen, Frakturen, Milzrupturen oder ein Herz-Kreislaufversagen sein.

Ein Notfall ist immer ein Zustand, der eine sofortige Behandlung notwendig macht. Für die Versorgung Ihres Tieres ist eine gründliche Untersuchung unabdingbar. Diese benötigt meist die Unterstützung weiterer diagnostischer Maßnahmen, wie beispielsweise eine Röntgenuntersuchung.

Auch eine operative Versorgung oder eine an die Behandlung anschließende stationäre Aufnahme kann für die optimale Versorgung Ihres Tieres nötig sein. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir Ihnen aus diesen Gründen auch im Notfall keine Hausbesuche anbieten können.

Wie erkenne ich einen Notfall?
Anzeichen für einen Notfall können sein:

  • Atemnot (Atemfrequenz/Atemtyp ist verändert)
  • Schock (Bewusstseinsminderung, blasse Schleimhäute, Untertemperatur, kalte Gliedmaßen)
  • Erhöhte/erniedrigte Körpertemperatur (über 40°C, unter 37°C)
  • Schmerzen, die eine tolerable Grenze überschreiten (sichtbar durch Schreien, Aggressivität, „Schmerzgesicht“‘)
  • Teilnahmslosigkeit, Bewusstseinsveränderung (Futterverweigerung, verminderte Ansprechbarkeit, Zwangsbewegungen)
  • Koordinationsstörungen, Lähmungen (Zittern, wackeliger Gang, Umkippen)
  • Aufnahme von giftigen Stoffen
  • Stark blutende Wunden, offene Verletzungen
Was mache ich im Notfall?
  1. Ruhe bewahren! Auch bei der Fahrt in die Praxis!
  2. Sichern Sie sich selbst (Handschuhe im Falle von blutenden Wunden oder drohenden Bissen des verletzten, verängstigten oder verwirrten Tieres) und den Patienten (Leine, ggf. Maulkorb, Transportkäfig).
  3. Vitalwerte überprüfen (z.B. Farbe der Schleimhäute ermitteln, gegebenenfalls Ertasten des Pulses)
  4. Tierarzt anrufen. Unter 04823 94090 erreichen Sie unsere Praxis. Außerhalb unserer Sprechzeiten wählen Sie bitte 0700 06070809.
  5. Weitere Schritte, Erste Hilfe oder Hilfestellungen zum Transport können vom diensthabenden Tierarzt am Telefon angeleitet werden.

Chirurgie

Im Fachbereich der Chirurgie bieten wir neben dem großen Spektrum der Weichteilchirurgie auch die Knochenchirurgie an. Unter Weichteilchirurgie versteht man Operationen im Bauch- und Brusthöhlenbereich, wozu auch die Tumorchirugie, Notfallchirurgie und Operationen im Hals-Nasen-Ohrenbereich zählen. Von einfacher Wundversorgung, über Magendrehung und Kaiserschnitt bis hin zur Enterotomie bieten wir Ihnen zur Versorgung Ihres Tieres an. Unter Knochenchirurgie (Osteosynthese) versteht man chirurgische Eingriffe wie Frakturversorgung, Kreuzbandrisse (TTA) oder die Versorgung von Gelenkschäden.

OP-Nachsorge

Die Zeit nach der Operation ist mitunter anstrengend, da ein Großteil der Nachsorgepflichten in Ihre Hände als Besitzer übergeht. Damit Sie dieser Aufgabe bestens gewappnet sind, haben wir hier für Sie einige der wichtigsten Eckpunkte für die Zeit der Rekonvaleszenz zusammengefasst.

Behandlung Ihres Haustieres nach der Narkose

Unsere Patienten werden in der Regel nur entlassen, wenn sie

  • alle lebenswichtigen Reflexe wiedererlangt haben
  • einen stabilen Kreislauf haben
  • von alleine das Haus aufrecht laufend verlassen können.

Trotzdem kann es sein, dass Ihr Haustier sich in der Zeit unmittelbar nach der Abholung noch deutlich ruhiger und schläfriger verhält. Solche sedierenden Nachwirkungen, welche in der Sicherheit des vertrauten Zuhauses deutlicher gezeigt werden als hier in der befremdlichen Praxis, können im seltenen Einzelfall bis zu 48 Stunden nach dem Aufwachen andauern. Trainingseinheiten, Hundeplatzbesuche oder langanhaltende Spaziergänge mit dem Hund sind aus diesem Grunde nicht möglich und Katzen sollten, auch wenn sie normalerweise Freigänger sind, in dieser Zeit nicht nach Draußen gelassen werden.

Wegen der Gefahr des Verschluckens oder des Erbrechens darf Ihr Tier erst am späten Nachmittag oder Abend am Tag der Operation oder erst am Morgen danach (Abhängig von Art des Eingriffs und Operationszeitpunkt) mit einer kleinen Portion seines gewohnten Futters angefüttert werden. (Ausnahmen werden Ihnen natürlich durch das Praxispersonal oder durch den behandelnden Tierarzt mitgeteilt). Wasser darf in der Regel nach Eintreffen im Zuhause wieder angeboten werden.

Die Operationswunde

Damit es zu keinen Komplikationen im Wundheilungsverlauf kommt, muss auf einen konsequenten Leckschutz geachtet werden. Zwischen OP-Bodys, speziell auf einzelne Körperstellen abgestimmte Wundschutzverbänden oder dem klassischen Halskragen oder Halsring gibt es viele Möglichkeiten das Kratz- und Leckbedürfnis während der Heilung unter Kontrolle zu bringen.

Abhängig von der Lokalisation und Schwere des Eingriffs und der Beschaffenheit der Wunde kann es an der Wundnaht zu Veränderungen im Laufe der Heilungsphase kommen. Eine leichte Blutung direkt nach der Operation ist normal, sollte aber im Laufe des nächsten Tages vollständig stoppen.

Anschwellung oder Absondern von Wundflüssigkeit sind Anzeichen von Entzündungen und können auch bei einem konsequenten Leckschutz vorkommen.

Eitern oder ein Aufreißen/Aufbeißen der Wunde sollte bei einer guten Wundpflege und einem konsequenten Leckschutz im Heilungsverlauf nicht vorkommen und bedürfen immer eine tiermedizinische Nachsorge!

Falls Sie bei der Heilung der Wunde unsicher sind können Sie sich immer an uns wenden.

Individuelle Einschränkungen bezüglich der Belastung werden individuell mit Ihnen bei der Abholung des Patienten besprochen. 10-14 Tage nach der Operation wird eine Nachkontrolle der Wunde gemacht, bei der auch eventuelle Fäden gezogen werden. Danach kann in der Regel auch auf den Leckschutz komplett verzichtet werden.

Medikation

Am Tag der Operation werden die Patienten von uns mit allen Medikamenten, in der Regel Schmerzmittel und Antibiotika, versorgt.

In den darauffolgenden Tagen wird es Ihre Aufgabe sein die weitere medikamentelle Therapie zu gewährleisten. Medikamente, Dosierung und Hinweise für die Gabe werden Ihnen bei der Abholung Ihres Haustieres mündlich mitgeteilt, Besonderheiten gezeigt (wie zum Beispiel das Anmischen einzelner Präparate) und noch einmal als handlicher Merkzettel mitgegeben.

Kreuzbandoperation beim Hund

Was ist das Kreuzband und was passiert bei einem Kreuzbandriss?

Das Kniegelenk des Hundes setzt sich aus dem Oberschenkelknochen (Femur) und dem Schienbein (Tibia) des Unterschenkels zusammen. Neben dem Innenband und dem Außenband sorgen das vordere und das hintere Band für die Stabilität des Gelenkes. Da sich das vordere (craniale) und hintere (caudale) Band zentral im Gelenk kreuzen, werden sie „Kreuzbänder“ genannt. Aufgrund der Anatomie wird das vordere Kreuzband automatisch stärker belastet, weshalb in den meisten Fällen bei einem Kreuzbandriss auch das vordere Kreuzband betroffen ist. Degenerative Vorgänge, also ein Verschleiß der Kreuzbänder im Laufe des Hundelebens, sind häufige Ursachen für einen Riss des Kreuzbandes. Eine Kreuzbandruptur kann aber auch durch ein akutes Trauma, wie zum Beispiel einen Unfall oder eine ungewöhnliche Bewegung (z.B. beim Toben oder Springen) ausgelöst werden. Hunde, die einen Kreuzbandriss erleiden, zeigen eine deutliche Lahmheit des betroffenen Hinterbeines. Nicht selten stellen die Hunde die Belastung der Gliedmaße komplett ein.

In einigen Fällen reißt aber nicht das komplette Kreuzband, sondern nur ein Teil der Kreuzbandfasern, es kommt zu einem sogenannten „partiellen Kreuzbandriss“. Der Hund zeigt hier häufig nur während der ersten Schritte nach dem Aufstehen oder nach starker Belastung eine deutliche Lahmheit. Häufig wird das Bein auch durch eine sogenannte „Zehenspitzenfußung“ entlastet. In den allermeisten Fällen ist nur eine Hintergliedmaße bei einem Kreuzbandriss betroffen, bei starken degenerativen Verschleißerscheinungen der Kreuzbänder können sehr selten jedoch auch beide Seiten betroffen sein.

Ein Kreuzbandriss führt zu einer Instabilität, einem Gelenkerguss, deutlichen Schmerzen im Kniegelenk und somit zu einer deutlichen Einschränkung der Bewegung. Die Diagnose eines kompletten oder partiellen Kreuzbandrisses erfolgt durch eine orthopädische (Lahmheitsuntersuchung) und röntgenologische Untersuchung.

Diagnostik eines Kreuzbandrisses

Die Diagnose erhebt sich aus der Anamnese, also der Vorgeschichte des Hundes und der klinischen Symptomatik. Nicht jede Lahmheit der Hintergliedmaße ist automatisch ein Anzeichen eines Kreuzbandrisses. Bei einem Verdacht der Instabilität wird ein sogenannter „Schubladentest“ durchgeführt, wobei der Schienbeinknochen gegenüber des Oberschenkelknochens verschoben wird. Ist dieser Schubladentest positiv, ist die Diagnose eines Kreuzbandrisses eindeutig. Eine Röntgenuntersuchung kann ebenfalls Aufschluss darüber geben, ob das Gelenk bereits arthrotische Veränderungen oder auch einen Gelenkerguss hat. Den Riss selbst kann man auf einem Röntgenbild allerdings nicht darstellen.

Operationstechniken

Es gibt viele verschiedene Operationsmethoden zur Behandlung eines Kreuzbandrisses. Unterschieden werden Techniken, die die Funktion des Kreuzbandes ersetzen (Bandersatz) und Techniken, die die Biomechanik im Kniegelenk verändern (TTA und TPLO). In unserer spezialisierten Kleintierpraxis werden zum einen die TTA-Methode (Tibial Tuberosity Advancement) und auch verschiedene Bandersatzmethoden angewandt.

Was ist eine TTA-Methode?

Tibial Tuberosity Advancement oder auch TTA ist ein operativer Eingriff zur Behandlung eines kompletten oder partiellen Kreuzbandrisses. Durch das Abtrennen eines Stückes vom Schienbeinknochen und dem Wiederzusammensetzen mit Hilfe eines Abstandhalters (Cage) und einer Platte (plate), wird das Kniegelenk stabilisiert und biomechanisch so verändert, dass das Kreuzband überflüssig wird.

Wie funktioniert eine Kreuzbandoperation / TTA?

Nachdem die Diagnose gestellt ist, wird der Hund für die Operation vorbereitet. Die Hunde liegen dabei in tiefer Narkose, so dass sie während der OP auch keine Schmerzen spüren. Unterhalb des Kniegelenkes wird der Schienbeinknochen freigelegt. Daraufhin wird mit einer speziellen Säge ein Teil des Knochens abgetrennt. Zwischen den beiden getrennten Knochenteilen wird nun ein Platzhalter, auch „Cage“ genannt, eingesetzt. Anschließend werden die beiden Teile mit einer Platte fixiert. Diese beiden Knochenteile fangen an, neu zu verknöchern, was letztlich zu einer neuen Stabilität im Kniegelenk führt. Die Biomechanik wird dabei zwar verändert, die Rotation des Knies wird aber nicht eingeschränkt und auch die Druckverhältnisse bleiben bestehen. In akuten Fällen wird mit Hilfe einer Arthrotomie das Knie auf Meniskusschäden untersucht und gegebenenfalls der Meniskus im gleichen Zuge entfernt.

Nach der Operation bekommt der Hund verschiedene Medikamente mit nach Hause, darunter zählen unter anderem nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID), um die Schmerzen nach einer Kreuzbandoperation möglichst gering zu halten, Antibiotika und Säureblocker für den Magen. Um eine gute Heilung gewährleisten zu können, gilt in den ersten Wochen nach der OP eine strikte Ruhighaltung. Das heißt, der Hund darf in den ersten Wochen nur an der Leine geführt werden, am Tag mehrere kurze Strecken im lockeren Schritt gehen, und auf keinen Fall mit anderen Hunden toben, springen oder sonstige unkontrollierte Bewegungen ausführen. Auch sollten in den ersten Wochen das Treppensteigen, rutschige Böden und das Springen auf erhöhte Ebenen (z.B. Bett/Sofa) vermieden werden. Ca. acht bis zehn Wochen nach der OP sollte außerdem ein Kontrollröntgen stattfinden. Man erkennt dadurch, ob die eingesetzten Implantate richtig sitzen und ob eine Verknöcherung innerhalb der Schnittstelle schon vorangeschritten ist.

Prognose und Nachsorge der TTA

Bleibt ein Kreuzbandriss unbehandelt, wird der Hund das Hinterbein nie mehr wieder richtig belasten können, denn eine Ruptur des Kreuzbandes heilt nicht von alleine. Die Gesundheit des Hundes wird so in gewisser Weise eingeschränkt. Es können sich schneller Arthrosen bilden und der Hund lebt mit Schmerzen, welche mal mehr mal weniger stark auftreten werden. Um dem Hund eine möglichst uneingeschränkte Bewegung zu ermöglichen, wird daher die Behandlung eines Kreuzbandrisses dringend angeraten.

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen TTA-Operation erfolgt die Belastung meist schon kurze Zeit nach der OP. Dennoch sollte der Hund auf jeden Fall ruhig gehalten werden, da bei zu schneller, starker Belastung ein Bruch des Implantates nicht ausgeschlossen werden kann. Die Prognose nach einer TTA-Operation ist sehr gut, in den meisten Fällen erlangen die Hunde nach der Rekonvaleszenz eine fast uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Um die Heilung zu unterstützen, kann zusätzlich auch ein Physiotherapeut aufgesucht werden. Dort gibt es verschiedene Methoden, welche dem Hund beim Heilungsverlauf zugutekommen. Wie lange genau die Heilung dauert, ist sowohl vom Hund selbst aber auch von der Art der Schädigung (partieller oder vollständiger Kreuzbandriss, mit oder ohne Meniskusverletzung), weiteren Befunden (wie Arthrose), sowie von der konsequenten Ruhighaltung und Schonen des Hundes durch den Besitzer abhängig.

Nach einer strikten Ruhighaltungsphase von zwei Wochen können die Spaziergänge langsam verlängert und der Hund wieder von Woche zu Woche etwas mehr belastet werden. Wichtig ist, dass in der Heilungsphase von 8-12 Wochen nach einer Kreuzbandriss-Operation eine strikte Leinenführung eingehalten wird.

Was ist ein extrakapsulärer Bandersatz?

Operationstechniken, wie die Technik nach de Angelis, nach Flo oder nach Meutstege, imitieren das Kreuzband außerhalb der Gelenkskapsel und ersetzen so die Wirkung der Kreuzbänder. Hierbei kommen prothetische Bänder (z.B. ein Nylonfaden) mit oder auch ohne Zuhilfenahme einer Knochenankerschraube zum Einsatz. Diese Techniken finden vor allem bei kleineren Hunden und Katzen Anwendung. In der Regel gehen stabilisierende Operationstechniken am Kniegelenk mit einer Arthrotomie (operative Eröffnung des Gelenkes) einher. Hundeh So kann eine Beurteilung der Menisken („Stoßdämpfer“ im Kniegelenk) erfolgen. In Kombination mit einem „Cleaning up“ ist so nicht selten eine Entfernung geschädigter Meniskusanteile notwendig (partielle oder vollständige Menisketomie) oder es muss ein „Meniscal release“, ein Entlastungsschnitt am Meniskus durchgeführt werden. Bei extrakapsulären Bandersatztechniken wird in der Regel ergänzend eine Kapselraffung und Fasziendopplung durchgeführt, um über eine Narbenbildung eine zusätzliche Stabilisierung zu erreichen.

Anästhesie

Anästhesie ist in der Medizin ein Zustand der Empfindungslosigkeit, welcher zum diagnostischen oder operativen Zweck genutzt wird. Der Begriff wird umgangssprachlich auch als „Narkose“ oder „Betäubung“ übersetzt. Eine Anästhesie wird außerdem in Bereichen der Schmerztherapie, sowie der Intensiv- und Notfallmedizin angewandt.

Anästhesiemethoden:

  • Lokalanästhesie
  • Sedation / Kurznarkose
  • Injektionsnarkose
  • Totalintravenöse Anästhesie (TIVA)
  • Allgemeinanästhesie (Vollnarkose): Inhalationsnarkose / Gasnarkose

Lokalanästhesie

Bei einer Lokalanästhesie sind das Risiko und die Belastung für den Patienten geringer. Das Bewusstsein des Patienten wird nicht beeinträchtigt, da es sich ausschließlich um eine örtliche Betäubung und somit auch nur um eine lokale Schmerzausschaltung handelt.

Bei kleinen Eingriffen reicht eine Lokalanästhesie oft aus (z.B. das Ziehen einer weit eingerissenen Kralle), wird aber auch oft als Ergänzung bei größeren operativen Eingriffen oder bei Zahnbehandlungen genutzt.

Sedation / Kurznarkose

Eine Sedierung wird in der Medizin, als Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel (Sedativum oder Sedativ) bezeichnet. Der beruhigte Zustand des Patienten lässt einen stressfreien Umgang zu und wird zur anschließenden Narkoseeinleitung genutzt.

Eine Kurznarkose ähnelt einer Sedation, wird aber eher zu diagnostischen Zwecken, wie einer Röntgenbildaufnahme oder Blutentnahme bei wehrhafteren Patienten genutzt. Die Kurznarkose kann mit der Gabe eines geeigneten Gegenmittels schnell aufgehoben werden. Bei der Sedation werden im Vergleich häufig noch zusätzlich Muskel relaxierende Betäubungsmittel injiziert.

Bei beiden Methoden ist es jedoch sinnhaft eine Venenverweilkanüle zu legen und eine Intubation durchzuführen, da es je nach Verwendung der Betäubungsmittel zu einer höheren Belastung des Herz-Kreislauf-Systems kommen kann.

Injektionsnarkose

Bei der Injektionsnarkose wird der Patient in einen Tiefschlaf ähnlichen Zustand versetzt, wodurch die Empfindungslosigkeit erreicht wird. Das Narkosemittel oder Sedativum wird über die Muskeln / Vene in den Blutkreislauf injiziert. Diese Anästhesiemethode ist weniger steuerbar und daher risikoreicher. Die Injektionsnarkose wird oft in operativen, weniger zeitaufwändigen Eingriffen genutzt, wie zum Beispiel der Kastration eines Katers. Anschließend kann ein Gegenmittel injiziert werden.

Totalintravenöse Anästhesie (TIVA)

Bei der Totalintravenösen Anästhesie handelt es sich um ein Teilgebiet der Allgemeinanästhesie, hierbei wird nur auf die Inhalation verzichtet. Der Bewusstseinsverlust und die Schmerzfreiheit werden ausschließlich durch die Gabe von Narkosemitteln über den venösen Zugang gesteuert.

Ein Vorteil dieser Narkoseeinleitung und gleichzeitig Narkoseerhaltung ist das Vermeiden von Übelkeit und das relativ schnelle Erwachen. Diese Methode kann bei kürzeren Eingriffen verwendet werden, bei langen operativen Eingriffen ist davon eher abzusehen.

Allgemeinanästhesie (Vollnarkose): Inhalationsnarkose / Gasnarkose

Bei der Inhalationsnarkose/Gasnarkose muss das Tier vorerst in einen Tiefschlaf durch eine Injektionsnarkose oder eine Totalintravenöse Anästhesie versetzt werden, um anschließend behutsam intubieren zu können. Der Patient erhält ein Gemisch aus einem Narkosegas und Sauerstoff über den Trachealtubus oder über eine Beatmungsmaske, welches dann in die Lunge gelangt.

Die Inhalationsnarkose ist eine der sichersten und schonendsten Anästhesiemethoden, da das Narkosemittel nach Beendigung des Eingriffs über die Lunge abgegeben wird. Diese Narkose kann durch die einfache und schnelle Regulierung der Narkosemittelmenge gut auf jeden Patienten und jede Situation abgestimmt werden.

Narkoseplanung

Informationen über den Patienten

  • Spezies & Rasse
  • Alter
  • Körpergewicht
  • Temperament & Aktivität
  • Erkrankungen/Vorerkrankungen, Risikogruppen, ggf. dauerhaft verabreichte Medikamente
  • Frühere Narkosekomplikationen/Narkosemittelunverträglichkeiten
  • Zeitpunkt der letzten Fütterung

Vorsorge durch den Besitzer

Der Besitzer kann bei der Vorbereitung auf die bevorstehende Narkose ebenfalls dazu beitragen, das Narkoserisiko bestmöglich zu minimieren.

Während der Narkoseeinleitung oder auch nach der Narkose kann es zu Übelkeit kommen und die Tiere sind der Gefahr ausgesetzt, Flüssigkeit bzw. Erbrochenes zu aspirieren. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es wichtig, den Tieren ca. 12 Stunden vor der geplanten Narkose kein Futter mehr anzubieten. Die Wasseraufnahme muss jedoch nicht verwehrt werden.

Wichtig zu beachten ist, dass Heimtiere (u.a. Kaninchen, Meerschweinchen) nicht unter diese Regel fallen, da der Magen-Darm-Trakt hier anders arbeitet als bei Hund und Katze. Den Heimtieren sollte durchgängig Futter bereitgestellt werden.

Am Vortag und am Tag des Eingriffes sollten Stress, Aufregung und extreme körperliche Belastung vermieden werden. Des Weiteren sollte man dem Tier vor der Narkoseeinleitung gerne nochmal die Gelegenheit bieten, Kot und Urin abzusetzen.

Narkoseüberwachung

Um das Narkoserisiko so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, die Vitalfunktionen fortlaufend zu kontrollieren und zu protokollieren.

Zu den Parametern, welche ständig kontrolliert werden müssen, zählen:

  • Der Puls
  • Die Herzfrequenz
  • Die Atmung/Atemfrequenz
  • Der Blutdruck
  • Die Körpertemperatur
  • Die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff
  • Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der ausgeatmeten und der eingeatmeten Luft

Die Regulation der Körpertemperatur kann mit Hilfe einer Wärmematte, Wärmehandschuhen und einer Rotlichtlampe bei Unterkühlung unterstützt werden.

Beispielsweise kann bei einer zu niedrigen Herzfrequenz durch eine zu tiefe Narkose unmittelbar die Menge des Narkosemittels reduziert werden.

Bei einer ungenügenden Sauerstoffversorgung kann man die Konzentration an Sauerstoff in der Atemluft erhöhen. Bei einer auftretenden Atemdepression kann das Tier zudem manuell beatmet werden.

Nachsorge

Nach der Narkose ist es wichtig, das Tier weiterhin unter ständiger Beobachtung zu halten, bis die Reflexe einsetzen und der Patient wieder vollständig wach ist.

Auch während der Aufwachphase kann es zu Komplikationen kommen, wozu unter anderem auch das Herabsinken der Körpertemperatur zählt. Dabei ist es wichtig die Tiere, wie schon während der Narkose, zu wärmen.

Bei der Inhalationsnarkose ist zudem zu beachten, dass der Trachealtubus erst nach Einsetzen des Schluckreflexes behutsam gezogen wird.

Nach dem Eingriff und der Aufwachphase sollte den Tieren, wie bereits zur Vorbereitung auf die Narkose, bestmögliche Ruhe geboten werden. Eine auf das Tier und Eingriff abgestimmte Schmerzmedikation kann für den postoperativen Verlauf ebenfalls ausschlaggebend sein.

Patellaluxation – „Luxatio Patellae“

Was versteht man unter einer Patellaluxation?

Die Kniescheibe oder auch Patella ist ein wichtiger Bestandteil im Kniegelenk von Hund und Katze. Zusammen mit der Patellasehne hält sie die Muskeln des Ober- und Unterschenkels und sorgt somit für die Streckung und Beugung des Beines. Unter anderem hält die Trochlearinne im Kniegelenk die Patella in ihrer Position. Ist diese Rinne deformiert oder nicht richtig ausgebildet, ist eine Luxation der Patella, also eine Verlagerung dieser aus der Gleitrinne, möglich.

Man unterscheidet dabei unterschiedliche Grade:

Grad 1: Die Patellaluxation Grad 1 beschreibt die einfachste Form. Man kann die Patella manuell aus der Rinne luxieren und sie reponiert selbständig wieder (springt also von alleine wieder in die normale Position zurück).

Grad 2: Hier kann die Patella ebenfalls manuell aus der Rinne verlagert werden. Anders als bei Grad 1 springt sie nicht selbstständig in ihre ursprüngliche Position zurück, kann aber manuell wieder reponiert werden.

Grad 3: Die Patella ist schon beim Abtasten (Palpation) des Kniegelenkes nicht mehr in ihrer normalen Position. Versucht man sie manuell zu reponieren, luxiert sie meist nach kurzer Zeit wieder.

Grad 4: Die Patella ist nicht mehr in ihrer natürlichen Position. Bei Grad 4 ist eine Reposition nicht möglich, da die Trochlearinne kaum oder nur sehr schwach ausgeprägt ist.

Eine Patellaluxation tritt vor allem bei kleineren Rassen wie zum Beispiel bei Malteser, Yorkshire Terrier oder auch dem Jack Russel Terrier auf. Sie kann sowohl genetisch bedingte als auch traumatische Ursachen haben. Hunde, die an der erblichen Form der Patellaluxation leiden, zeigen meist bereits im ersten Lebensjahr ein auffälliges Gangbild. Das betroffene Bein wird für wenige Schritte entlastet und dann wieder leicht belastet, wodurch optisch eine Art „hüpfender Gang“ entsteht.

Was sind die Ursachen einer Patellaluxation?

Tritt die Patellaluxation bereits im ersten Lebensjahr auf, handelt es sich in den meisten Fällen um eine vererbbare Form dieser Erkrankung. Erste Symptome einer Patellaluxation zeigen sich häufig zwischen dem 4. Und 6. Lebensmonat.

Bei der Übernahme eines Welpen aus einer Rassezucht, sollte zudem im Vorwege sichergestellt werden, dass bei beiden Elterntieren hinsichtlich einer Patellaluxation ein negativer Untersuchungsbefund vorliegt. Dennoch kommt es vor, dass die Hunde an einer Patellaluxation leiden. Eine ausgewogene Ernährung der Tiere ist besonders in den ersten Lebensmonaten von Bedeutung. Eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen und eine damit einhergehende Mangelerscheinung können eine Verrenkung der Kniescheibe begünstigen. Aber auch Übergewicht oder der natürliche, altersbedingte Gelenkverschleiß, sowie ein Unfall oder Verletzungen des Kniegelenks können mögliche Ursachen für eine Patellaluxation sein.

Wachstumsstörungen führen zu Veränderungen der normalen Knochen- und Bindegewebsstruktur, so dass oft eine Fehlstellung der Gliedmaßen entsteht („O-„ oder „X-Beinigkeit“). Zusammen mit einer zu flach ausgeprägten Gleitrinne (Trochlea) des Oberschenkelknochens (Femur), zu schwachen Bändern des Kniegelenks und in erster Linie einem falsch ansetzenden Patellarsehnenband an dem Schienbein (Tibia) verändert sich die Zugkraft so, dass die Patella luxiert.

Therapiemöglichkeiten und Prognose

Je nach Schweregrad der Patellaluxation wird zu unterschiedlichen Therapieformen geraten. Bei Grad 1 handelt es sich meist um eine so leichte Form, die das Tier nicht stark beeinträchtigt und in der Regel keine weitere Therapie notwendig macht. Ab Grad 2 ist eine Operation indiziert.

In vielen Fällen muss die Gleitrinne, in der die Patella verläuft, in der Operation vertieft oder rekonstruiert werden. Durch eine Achsenabweichung und falsche Zugkräfte muss ergänzend der knöcherne Ansatz des geraden Kniescheibenbandes am Schienbein verlagert und neu fixiert werden (entgegengesetzt der Luxation). Die Gelenkkapsel und das Bindegwebe haben sich durch eine länger vorliegende Kniescheibenluxation oft gelockert bzw. sind regelrecht „ausgeleiert“. Dies macht eine Straffung (sogenannte Kapselraffung und Fasziendopplung) des Gewebes auf der Gegenseite der Luxation notwendig.

Die Prognose nach einer operativen Versorgung der Patellaluxation ist als sehr gut anzusehen und die Tiere fangen schnell an, das betroffene Bein wieder vollständig zu belasten. Wird die Patellaluxation frühzeitig diagnostiziert und therapiert, stehen die Chancen sehr gut, dass Folgeschäden im Gelenk, wie zum Beispiel eine Arthrose, verhindert werden können. Bleibt sie jedoch unbehandelt oder wird erst sehr spät festgestellt, dann kommt es durch die Instabilität und die dadurch entstehende Reibung im Kniegelenk zu möglichen Arthrosen, oder anderen degenerativen Erkrankungen. Eine physiotherapeutische Behandlung ist unterstützend immer sinnvoll, ersetzt aber im Bedarfsfall keine Operation.

Innere Medizin

Die Innere Medizin beschäftigt sich mit Erkrankungen der inneren Organe – dazu gehören Erkrankungen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts, des Herz-Kreislaufsystems, des Blutes oder des Nierenapparates. Um einzelne Organkrankheiten präzise diagnostizieren zu können, werden bei uns modernste Geräte wie digitales Röntgen, Endoskopie, Laboranalysegeräte und Ultraschall eingesetzt, um im Anschluss eine gezielte Therapie einleiten zu können.

Diabetes mellitus

Beim Diabetes mellitus handelt es sich um eine endokrinologische Erkrankung, die den Glukosestoffwechsel betrifft. Der Blutzucker im Körper ist der Hauptenergielieferant für den Organismus. Damit die Körperzellen diesen Zucker auch über die Zellen aufnehmen können, ist das Hormon Insulin erforderlich, welches in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Insulin senkt folglich die Glukosekonzentration im Blut (bekannt als Blutzuckerspiegel). Wenn zu wenig Insulin produziert wird, können die Zellen den Zucker im Blut nicht nutzen und ein Energiemangel entsteht.

Der Diabetes mellitus wird in zwei Formen unterschieden:

Diabetes Typ I: Durch einen Rückgang der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einem Mangel an Insulin (auch absoluter Insulinmangel genannt). Diese Diabetesform wird vor allem häufig bei Hunden diagnostiziert.

Diabetes Typ II: Vor allem Katzen erkranken eher an einem Diabetestyp II. Hier produziert die Bauchspeicheldrüse noch Insulin, jedoch nicht mehr in ausreichender Menge, um den Blutzucker über die Zellen aufnehmen zu können (relativer Insulinmangel) oder die Körperzellen können nicht mehr ausreichend auf das Insulin reagieren (Insulinresistenz).

Symptome

Klassische Symptome einer Diabetes mellitus Erkrankung sind in der Regel Gewichtsreduktion bei gleichzeitig ausgeprägtem Hungergefühl: Der Körper versucht diesen Energiemangel zu kompensieren. Des Weiteren steigt der nicht in die Zellen aufgenommene Zucker im Blut an. Befindet sich langfristig zu viel Zucker im Blut, tritt er in den Urin über und lässt sich mit einem Teststreifen nachweisen. Wassermoleküle werden mit in den Urin gezogen und der Organismus verliert als Folge der erhöhten Uringlukose vermehrt Flüssigkeit. Um den Wasserhaushalt des Körpers aufrecht zu erhalten, beginnen die Tiere sehr viel zu trinken und demzufolge auch mehr Urin als gewöhnlich abzusetzen. Bei Katzen kann auch oft eine gebückte Haltung beobachtet werden, bei der die Hintergliedmaßen ganz auffußen (plantigrader Gang).

Diagnose

Die Diagnose eines Diabetes mellitus ist meist recht unproblematisch zu stellen und wird häufig im Zuge einer Blut- sowie Urinuntersuchung gestellt. Hier sind der erhöhte Langzeitblutzuckerwert (Fruktosamin) und die Glukose im Urin von Bedeutung. Zur Abklärung, ob eventuell noch weitere Erkrankungen vorliegen oder um eine Aussage über die Ausprägung und weiteren Folgen der Erkrankung machen zu können, sollte bestenfalls eine komplette Blutuntersuchung (Organwerte mit Schilddrüsenwert und Blutbild) eingeleitet werden. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann sich ebenfalls als sinnvoll erweisen.

Ein Diabetes mellitus kann auch durch eine längere Cortisonbehandlung ausgelöst werden. Regelmäßige Blutkontrollen sind bei jeder Dauermedikation deshalb unabdingbar.

Prognose und Therapie

Ein Diabetes mellitus wird bei Ihrem Hund eher selten rückläufig sein und benötigt in der Regel eine lebenslange Therapie. Nur wenn eine andere Erkrankung vorliegt, die eine Insulinresistenz auslöst (z. B. bei Morbus Cushing oder bei unkastrierten Hündinnen, die zu viel Progesteron bilden), kann der Diabetes mellitus nach Behandlung dieser Grundkrankheit eventuell ausheilen.

Katzen, die früh genug diagnostiziert und behandelt werden, können jedoch in einen sogenannten „transienten“ Diabetes übergehen. In diesem Status muss der Katze kein Insulin mehr gespritzt werden. Spezielles Diätfutter und regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind aber weiterhin nötig, da sie erneut erkranken kann und dann wieder Insulin benötigt.

Die allgemeine Prognose ist bei Hunden und Katzen allerdings von vielen weiteren Faktoren, wie der Ursache des bestehenden Insulinmangels und eventuellen Begleiterkrankungen abhängig.

Um einer Insulinresistenz entgegenzuwirken, ist es durchaus sinnvoll, eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Tieren vorzunehmen.

Bei unkastrierten Hündinnen, wird im Falle einer Diabeteserkrankung meist zu einer Kastration geraten, da der Blutzuckerspiegel häufig nach der Läufigkeit hormonell bedingt ansteigt und so zu vermehrten Schwankungen führen kann.

Wurde der Diabetes durch die Gabe von Cortison ausgelöst, sollte die Therapie schnellstmöglich ausgeschlichen werden, um den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren.

Vor allem Hunde reagieren nicht oder nur sehr kurzweilig auf zuckersenkende Medikamente in Tablettenform. Daher ist das Mittel der Wahl das Spritzen von Insulin durch den Tierhalter unter die Haut. Die Sorge der Halter ist bei der Diagnosestellung verständlicherweise oft groß. Doch in den allermeisten Fällen ist die Behandlung Zuhause auch bei Katzen sehr gut möglich. Handhabung und Injektionstechnik werden Ihnen in Ruhe durch unsere geschulten Mitarbeiter gezeigt, ausreichend geübt und Ihre Fragen ausführlich beantwortet. So können Sie sicher und zuversichtlich die Diabetestherapie beginnen.

Die Insulindosis muss für Ihr Tier genau angepasst und regelmäßig kontrolliert werden, um eine Über- oder auch Unterzuckerung zu vermeiden. Da Stress den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treiben kann, können Kontrollen und Tagesprofile nach Absprache teilweise auch Zuhause durchgeführt werden, wenn sich das Tier als sehr umgänglich erweist. Vor allem zu Beginn sind engmaschige Kontrollen nötig, um die bestwirksame Dosis für Ihr Tier zu finden.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sollte nach Empfehlung Ihres Tierarztes auf ein diabetikergeeignetes Futter umgestellt werden. Die Art der Fütterung und individuelle Anpassung der jeweiligen Fütterungszeiten wird im Einzelfall mit Ihnen ausführlich besprochen.

Woran kann ich erkennen, dass mein Tier eine Unter- oder Überzuckerung hat?

Ein zu niedriger Glukosespiegel im Blut (Hypoglykämie) kann sich durch allgemeine Müdigkeit oder auch hochgradige Schwäche äußern. Ursächlich ist meist zu viel Insulin bei ungenügender Futteraufnahme oder auch eine falsche Insulindosierung. Oft wirken die Tiere dann auch abwesend und zeigen zum Teil auch veränderte, verkrampfte Körperhaltungen oder krampfen mit dem ganzen Körper. Sollten Sie eines dieser Symptome bei Ihrem Tier bemerken, sollten Sie ihm am besten direkt etwas Futter anbieten. Sie können ihm auch eine Zuckerlösung direkt ins Mäulchen geben. Nach diesen ersten Notfallmaßnahmen sollten Sie umgehend Ihren Haustierarzt kontaktieren und das weitere Vorgehen besprechen.

Ist der Blutzuckerspiegel Ihres Tieres zu hoch (Hyperglykämie), können Symptome wie vermehrtes Trinken und Gewichtsverlust bei weiter gutem bis sehr guten Appetit beobachtet werden.

Auch Erbrechen, Schwäche und manchmal auch verminderter Appetit können Symptome einer Überzuckerung sein. Sollte Ihr Tier als Diabetespatient eines dieser Symptome zeigen oder Sie sich in der Einschätzung unsicher fühlen, sollten sie schnellstmöglich mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens Kontakt aufnehmen.

Die Schilddrüsenunterfunktion des Hundes (Hypothyreose)

Eine Erkrankung der Schilddrüse hat auch beim Hund häufig einen Einfluss auf den Stoffwechsel. Anders als bei der Katze, kommt es hier zu einer Unterfunktion, bei der die Zellen zu langsam arbeiten und sich schleichend der gesamte Stoffwechsel verlangsamt. Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt beim Hund daher oft typische Symptome, wie Trägheit und Gewichtszunahme.

Symptomatik einer Hypothyreose

Die Unterproduktion an Schilddrüsenhormonen kann verschiedene Symptome verursachen. Am häufigsten kann man jedoch Gewichtszunahme, Müdigkeit und Haut- bzw. Fellveränderungen beobachten. Selten zeigen sich auch Veränderungen des Fortpflanzungs- und Nervensystems. Einige Hunde zeigen keinerlei klinische körperliche Symptome, jedoch deutliche Verhaltensauffälligkeiten, wie hochgradige Geräuschangst oder Angst vor fremden Objekten. Teilweise spielen auch Verhaltenssymptome, wie vermehrte Hyperaktivität und schwierige Trainierbarkeit eine Rolle.

Diagnostik und Therapie

Wenn Sie an Ihrem Hund einige der möglichen Symptome feststellen, ist nicht gleich zuverlässig davon auszugehen, dass Ihr Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet. Immer häufiger melden sich verzweifelte Halter in der Praxis und hoffen geradezu auf eine Bestätigung einer Unterfunktion der Schilddrüse, welches den Ungehorsam Ihres Hundes doch endlich erklären würde.

Klarheit kann hier häufig eine Blutuntersuchung schaffen. Da die Erkrankung häufiger bei älteren Hunden vorkommt, sollte in regelmäßigen Abständen als Teil der Vorsorgeuntersuchung auch das Schilddrüsenhormon T4 im Blut gemessen werden. Ist das Schilddrüsenhormon erniedrigt, werden vorerst noch weitere Parameter kontrolliert, um festzustellen, ob diese Erniedrigung tatsächlich durch ein Problem der Schilddrüse bedingt ist.

Die meist lebenslange Therapie der Hypothyreose kann durch Tablettengabe mit dem Wirkstoff Levothyroxin durchgeführt werden. Sobald Ihr Hund medikamentös gut eingestellt ist, werden zweimal jährlich die Schilddrüsenhormone im Blut kontrolliert.

Prognose

Bei täglicher Durchführung der Medikation und regelmäßigen Kontrollen, verschwinden die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion in der Regel mit der Zeit vollständig und Ihr Hund nimmt wieder aktiver an Ihrem gemeinsamen Alltag teil oder kann endlich zur Ruhe kommen.

Morbus Cushing – eine Überfunktion der Nebennierenrinde beim Hund

Morbus Cushing (benannt nach Harvey Williams Cushing) bezeichnet eine Erkrankung, bei der es zu einer vermehrten Stimulation der Nebennierenrinde und in Folge schließlich zu einer übermäßigen Produktion von Cortisol kommt. Die zusammengefassten Symptome werden auch als Cushing-Syndrom bezeichnet. Die Nebennieren finden sich als erbsengroße Organe, direkt neben den Nieren gelegen, wieder.

Mögliche Ursachen

Sehr häufig (in 80 – 85% der Fälle) liegt die Ursache für ein Cushing-Syndrom in einem kleinen gutartigen Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Dieser Tumor sendet stetig ein Signal (und zwar das Hormon ACTH) an die Nebennieren, welches diese veranlasst, vermehrt Cortisol zu produzieren und in den Blutkreislauf auszuschütten. Folglich werden die Nebennieren immer größer und produzieren permanent zu viel Cortisol. In selteneren Fällen ist die Ursache auch ein kleiner Tumor in einer der Nebennieren, welcher selbst Cortisol produziert und ausschüttet.

Eine dauerhaft zu hohe Cortisolkonzentration im Körper kann zudem auch durch eine zu hohe Medikamentendosierung von Cortison verursacht werden.

Symptome

Die meisten Hunde zeigen klinisch sehr deutliche Symptome wie vermehrtes Trinkverhalten und einen gesteigerten Urinabsatz. Viele Hunde leiden unter Bewegungsunlust, ständigem Appetit und einem vergrößerten Hängebauch. Auch bestimmte Hautveränderungen wie dünnes, stumpfes Fell mit teilweisem Haarverlust und trockene, schuppige Haut können hier als typische Symptome beobachtet werden. Am häufigsten sind kleine, ältere Hunde oder bestimmte Rassen wie beispielsweise Boxer, Dackel und Pudel vom Cushing-Syndrom betroffen.

Diagnose

Bei Verdacht auf Morbus Cushing kann als Nachweis zunächst eine allgemeine Blutuntersuchung vorgenommen werden. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Bauchhöhle und eine Urinuntersuchung (Bestimmung des Cortisol-Kreatinin Quotienten) im Labor als unterstützende Diagnostik sinnvoll sein. Bei Verdacht auf Morbus Cushing wird bei Ihrem Hund zwei Mal im Abstand von einer Stunde Blut abgenommen und dazwischen einmal das Hormon ACTH gespritzt. Diese beiden Blutwerte werden anschließend miteinander verglichen und bestätigen gegebenenfalls den Verdacht einer Überproduktion oder möglicherweise auch eine Unterproduktion des Cortisols (Morbus Addison). Neben diesem sogenannten ACTH-Stimulationstest kann zur Diagnosesicherung auch ein Low-Dose-Dexamethason-Suppressionstest durchgeführt werden.

Therapie und Prognose

Die Therapie unterscheidet sich je nach Ursache der Erkrankung. Bei einem medikamentös bedingtem Cortisolüberschuss muss die Medikation komplett neu eingestellt werden.

Ist die Ursache in einem Tumor der Hirnanhangsdrüse zu finden, kann ein Medikament verabreicht werden, welches die Produktion von Cortisol in den Nebennieren hemmt. Nach einigen Wochen können Symptome der Cushingerkrankung bei einer erfolgreichen Therapie gänzlich verschwinden. Gibt es einen Tumor in der Nebenniere, kann dieser mit dem gleichen Medikament behandelt oder auch operativ entfernt werden. Die Medikamentendosis für Ihren Hund muss in regelmäßigen Abständen vom betreuenden Tierarzt mittels einer Blutuntersuchung kontrolliert werden, um die weitere Wirksamkeit zu gewährleisten.

Endokrinologie

Als Endokrinologie bezeichnet man die „Lehre von den Hormonen“.
Bei Hunden und Katzen gibt es eine Vielzahl von endokrinologischen Erkrankungen, auch Endokrinopathien genannt. Sie alle zeichnen sich durch eine große Komplexität und ein meist sehr uneinheitliches Krankheitsbild aus. Daher ist ihre Diagnostik auch nicht immer einfach. Die Analyse von Blutproben ist in der Endokrinologie ein essenzieller Bestandteil der Diagnostik, da die abgegebenen Produkte der Hormondrüsen hier direkt nachgewiesen werden können. Wichtige endokrine Hormondrüsen sind unter anderem die Schilddrüse und Nebenschilddrüse, die Bauchspeicheldrüse und die Nebenniere.

Die Schilddrüse und ihre Funktion

Die Schilddrüse ist ein eher unscheinbares Organ im Halsbereich mit umso wichtigeren Funktionen. Sie produziert Hormone, welche dank ihrer vielfältigen Aufgaben einen großen Einfluss auf die allgemeine Stoffwechsellage, das Wachstum, den Gewebemetabolismus und die Entwicklung des zentralen Nervensystems haben.

Wofür werden Schilddrüsenhormone benötigt?

Schilddrüsenhormone greifen regulierend an verschiedenen Organsystemen an:

  • Steigerung der Körpertemperatur
  • Steigerung der Aktivität der Darmmotorik
  • Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks
  • Steigerung der Erregbarkeit durch Einfluss auf das zentrale Nervensystem

Allgemein betrachtet, bewirken Schilddrüsenhormone also eine Erhöhung des Grundumsatzes und des Energieverbrauchs. Die Produktion dieser Hormone unterliegt einem festen Regelkreis, welcher im gesunden Körper an die Erfordernisse von Umwelt und Körper angepasst ist.

Welche Schilddrüsenhormone spielen eine Rolle?

Üblicherweise werden lediglich Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) als Schilddrüsenhormone bezeichnet, da in deren Produktion die primäre Funktion liegt. T4 und T3 werden in sogenannten Follikeln aus Aminosäuren und Jod gebildet. Daher ist beispielsweise Jod bei der Schilddrüsenfunktion auch von entscheidender Bedeutung.

Die übergeordnete Steuerung der Freisetzung der Hormone wird über den Hypothalamus geregelt:

Thyreoliberin (TRH) wird freigesetzt und stimuliert die Synthese und Sekretion von Thyreotropin (TSH). TSH bewirkt unter anderem eine vermehrte Jodaufnahme in die Zellen der Schilddrüse und sorgt so für die Bildung und Freisetzung der Schilddrüsenhormone.
Die Hormone werden also in der Schilddrüse gebildet, gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben. Zugleich wirken aber auch die Schilddrüsenhormone selbst regulierend auf die Schilddrüse: Die Steigerung des T4- und T3- Spiegels führt zu einer verminderten Freisetzung von TRH und TSH und senkt daraufhin die T4- und T3- Konzentration im Blut. Die negative Rückkopplung wird auch als „negativer Feedbackmechanismus“ bezeichnet.

Die Schilddrüsenüberfunktion der Katze (Feline Hyperthyreose)

Die Hyperthyreose ist mittlerweile die häufigste endokrinologische Erkrankung bei der Katze.
Bei dieser Überfunktion der Schilddrüse ist der oben erläuterte physiologische negative Feedbackmechanismus gestört und es werden vermehrt Schilddrüsenhormone gebildet. In manchen Fällen können sich auch die Schilddrüsenlappen vergrößern. Diese Veränderungen sind in der Regel jedoch gutartig. Bösartige Adenokarzinome kommen bei der Katze eher selten vor.

Symptomatik einer Hyperthyreose

Die klinischen Symptome einer Hyperthyreose können aufgrund der vielschichtigen Wirkung der Schilddrüsenhormone sehr variabel sein. Doch einige Symptome können auf eine erhöhte Schilddrüsenfunktion hinweisen.

Sollten Sie beispielsweise

  • vermehrtes Trinken und gesteigerten Urinabsatz
  • Gewichtsverlust bei jedoch vermehrtem Appetit
  • gastrointestinale Beschwerden, wie Erbrechen oder Durchfall
  • Verhaltensänderung, wie vermindertes Putzverhalten und unruhiges
  • oder auch aggressives Verhalten bei Ihrer Katze beobachten, ist eine Vorstellung in unserer Tierarztpraxis unbedingt anzuraten.

Untersuchung und Diagnostik

Gerade Katzen mit einer erhöhten Schilddrüsenfunktion können sich während der Untersuchung in der Behandlung schnell gestresst zeigen. Dieser Stress kann für eine allgemeine akute klinische Verschlechterung der Symptomatik sorgen oder auch bestimmte Werte für die Untersuchung verfälschen. Beim Verdacht auf eine hyperthyreote Katze steht also ein stressarmer, katzenfreundlicher Umgang bei uns besonders im Vordergrund. Hier hat sich eine geduldige, ruhige Arbeitsweise mit möglichst wenig Fixation bewährt.

Auskultatorisch kann bei ungefähr 50 % der Katzen eine erhöhte Herzfrequenz, seltener auch ein sogenannter Galopprhythmus des Herzens beobachtet werden. Eine palpatorische Untersuchung der Schilddrüse (Abtasten), ist ab einem mittleren Alter ebenfalls sinnvoll, um Veränderungen in der Größe frühzeitig zu erkennen.
Häufig wird eine erhöhte T4- Konzentration im Blut der Katze als Zufallsbefund im Zuge eines Geriatrieprofiles festgestellt, ohne dass der Halter jedoch eine spezifische Symptomatik bei seiner Katze bemerkt hätte. Hier zeigt sich nochmal deutlich, wie wichtig also eine regelmäßige Vorsorge mit Blutuntersuchung ab einem Alter von 7 Jahren bei der Katze ist.
Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion wird diese in mehr als 91 % der Fälle auch bestätigt. Bestimmte Begleiterkrankungen können jedoch die Diagnose einer Hyperthyreose verschleiern, da sie zu einer Verringerung der T4-Konzentration im Blut sorgen. Hier können anschließend weitere spezifische Blutuntersuchungen (z.B. TSH) durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Therapiemöglichkeiten

Eine Schilddrüsenüberfunktion sollte bei der Katze prinzipiell immer behandelt werden, da es eine stetig fortschreitende Erkrankung ist, welche mit Komplikationen wie Stoffwechselentgleisung oder auch Herzversagen einhergehen kann und allgemein einen negativen Einfluss auf andere Organe haben kann. Als Behandlungsmethode hat sich eine medikamentelle Therapie mit Thyreostatika bewährt. Thyreostatika hemmen die Abgabe von Schilddrüsenhormonen aus der Schilddrüse und führen dadurch zu einer verminderten Produktion der Schilddrüsenhormone im Blut. Da die Überproduktion an Schilddrüsenhormon dazu führt, dass die Nieren besser durchblutet werden, müssen unter der Therapie der Hyperthyreose auch die Nierenwerte kontrolliert werden, um zu verhindern, dass die Niere durch die verminderte Durchblutung geschädigt wird.
Als Medikation gibt es die Möglichkeit mit Tabletten, Saft oder auch Salbe, welche dann über die Haut absorbiert wird, zu arbeiten. Gestaltet sich eine Medikamenteneingabe generell für schwierig, gibt es auch jodreduzierte Spezialdiäten für Wohnungskatzen. Weitere Therapiemöglichkeiten können individuell mit dem Halter besprochen und alle Vor- und Nachteile dabei abgewogen werden.

Prognose

Allgemein ist die Hyperthyreose eine gut beherrschbare Krankheit, wenn sie früh genug erkannt, behandelt und regelmäßig kontrolliert wird.

Kardiologie

Ein wichtiges Teilgebiet der Tiermedizin ist die Kardiologie. Durch das Abhören von Herz und Lunge und eine röntgenologische Untersuchung gewinnen wir Aufschluss über die Größe des Herzens und damit über die Herzgesundheit Ihres Tiers. Über eine spezialisierte, weiterführende Diagnostik mit Herzultraschall können Gefäße und Herzkammern ausgemessen und beurteilt werden. EKG und Laboruntersuchungen liefern uns zusätzliche Daten, um eine exakte Diagnose zu stellen und die passende Therapie einzuleiten.

Herzultraschall

Als Echokardiographie bezeichnet man die Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall, welche von einem darauf spezialisierten Tierarzt durchgeführt wird. Die Kardiologie ist ein wichtiger Bestandteil der inneren Medizin bei Hund und Katze.

Was ist Herzultraschall?

Durch diese Form der Untersuchung lassen sich präzise Aussagen zur Dimension der Herzkammern, den Blutflussgeschwindigkeiten dank Doppleruntersuchung (Spektraldoppler, CW- und PW-Doppler) und eventuell vorliegenden Erkrankungen von Herzklappen, dem Herzmuskel, sowie möglichen Gefäßanomalien treffen. Hierbei können gleichzeitig alle wichtigen Referenzwerte bestimmt werden.
Dieses Verfahren wird außerdem zum Ausschluss von Tumorerkrankungen eingesetzt.

Der Herzultraschall dient ebenfalls zur Diagnostik und Früherkennung von angeborenen, beziehungsweise rassespezifischen Erkrankungen, wie zum Beispiel der Dobermann Kardiomyopathie, eine Form der DCM beim Hund.
Zur Darstellung der Herzströme und somit zum Erkennen von Herzrhythmusstörungen ist ein mitlaufendes EKG selbstverständlich.

Wie funktioniert eine Herzultraschalluntersuchung bei Hund und Katze?

Im Vorfeld können wir Sie zunächst beruhigen, denn von Ihrer Seite aus bedarf es keiner speziellen Vorbereitung. Ihr Hund oder Ihre Katze können vorab wie gewohnt gefüttert werden, sie müssen nicht nüchtern vorgestellt werden. Eine Terminvergabe ist bei uns sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag möglich.

Ultraschalluntersuchungen werden in unserer Praxis in einem eigens dafür vorgesehen Raum durchgeführt. Wir geben uns größte Mühe, den gesamten Ablauf so stressfrei wie möglich für Sie und Ihren Vierbeiner zu gestalten.
Diese Form der Untersuchung ist komplett schmerzfrei und erfordert in der Regel keine Sedierung.

Wir werden Ihr Tier für den Ultraschall auf einem speziellen Tisch, meist auf der Seite liegend, lagern. Bei sehr ängstlichen Tieren ist es auch möglich, die Sonographie im Stehen oder im Sitzen durchzuführen.

Bei einer Herzultraschalluntersuchung wird der Schallkopf mit dem Ultraschallgel unmittelbar an den Brustkorb gelegt. Das Fell wird an der entsprechenden Stelle gescheitelt, wenn dies nicht möglich ist, wird ein kleiner Bereich freigeschoren. Für das EKG werden die Elektroden mit speziellen Klemmen im Achselbereich und in der Kniefalte an der Haut befestigt.

Die reine Untersuchungsdauer beträgt in etwa 30 Minuten, die Untersuchungsergebnisse werden direkt im Anschluss mit Ihnen besprochen. Wenn nötig, kann dann zeitnah mit einer entsprechenden Therapie begonnen werden.

Wann ist ein Herzultraschall bei meinem Tier sinnvoll?

In der Regel raten wir bei auskultatorischen Auffälligkeiten (z.B. bei einem Herzgeräusch), röntgenologischen Auffälligkeiten oder spezifischen Symptomen zum Herzultraschall. Bei bereits bekannten Herzerkrankungen führen wir selbstverständlich auch die notwendigen Verlaufskontrollen durch. In einigen Fällen ist eine kardiologische Diagnostik auch vor geplanten Narkosen beziehungsweise Operationen sinnvoll.

Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie uns gerne telefonisch kontaktieren.

Bildgebende Diagnostik

Die bildgebende Diagnostik ist in der modernen Tiermedizin für eine gute Diagnostik unverzichtbar. Hierfür bieten sich Ihnen in unserer Tierarztpraxis je nach Krankheitsbild und diagnostischem Vorgehen verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören unter anderem das digitale Röntgen, das digitale Zahnröntgen, die Endoskopie, sowie die Video-Otoskopie und Sonographie inklusive Farbdoppler. Durch diese moderne Technik sind wir in der Lage, eine präzise Diagnose bei ihrem Tier stellen zu können.

Röntgenuntersuchung

Die Erstellung professioneller Röntgenaufnahmen Ihres Tieres kann für bestimmte diagnostische Zwecke nötig sein. So können beispielsweise eventuelle Schädigungen des Bewegungsapparates für orthopädische Fragestellungen oder Hinweise auf internistische Erkrankungen im Brust- oder Bauchraum erkannt werden.

Mit der Digitalen Bildbearbeitung können wir qualitativ sehr hochwertige Röntgenaufnahmen erstellen, die mit konventionellen Foliensystemen nicht vorstellbar wären. Aufgrund des Strahlenschutzgesetzes ist es leider nicht möglich, Ihr Tier bei dieser Untersuchung zu begleiten (nur in bestimmten Ausnahmefällen mit schriftlicher Protokollierung).

Dentalröntgen

Im Zuge einer Zahnbehandlung können wir mit Hilfe einer Dentalröntgenanlage am sedierten Tier eine detailgenaue Aufnahme bestimmter Bereiche des Kiefers anfertigen. So kann schon vor der eigentlichen Behandlung der Zahnzustand genau diagnostiziert und im Anschluss an die Behandlung kontrolliert werden, um eine bestmögliche Versorgung für Ihr Tier zu gewährleisten.

Gerade bei Katzen können sogenannte resorptive Läsionen für einen schmerzhaften Abbau der Zahnwurzel sorgen. Diese sind allerdings in einer Allgemeinuntersuchung nicht immer zuverlässig zu erkennen. Hier bietet das Dentalröntgen eine zuverlässige Möglichkeit, um im Verdachtsfall Auffälligkeiten an den Zahnwurzeln zu erkennen. Auch bei subtilen Verhaltensänderungen, ohne einen eindeutigen klinischen Befund, kann ein Dentalröntgen ratsam sein.

Ultraschalluntersuchung

In der Ultraschalluntersuchung (auch Sonografie oder Echografie) können mittels Schallwellen oberhalb der Hörgrenze die inneren Organe untersucht werden. Dies geschieht völlig schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung. Eine erfolgreiche Sonografie kann andere diagnostische Methoden wie die klinische, Labor- oder Röntgenuntersuchung sinnvoll ergänzen. Für eine gründliche bildliche Darstellung ist es wichtig, dass das Tier für etwa 20 bis 30 Minuten ruhig in Rücken- oder Seitenlage liegen bleibt. Je nach Einschätzung des Tierarztes/der Tierärztin dürfen Sie Ihr Tier bei dieser Untersuchung begleiten und beruhigend auf es einwirken.

Des Weiteren können über eine spezialisierte, weiterführende Diagnostik mit Herzultraschall Gefäße und Herzkammern in unserer Praxis ausgemessen und beurteilt werden.

Endoskopie

Eine Endoskopie kann die Diagnose bestimmter Erkrankungen erleichtern, da sie den direkten Zugang zu Körperhöhlen bietet, die sonst nicht oder nur schwierig zu erreichen sind. Dies können beispielsweise der Magen, die Gelenke oder auch die Bauchhöhle sein. Auch die Atemwege können in einer Tracheoskopie/Bronchoskopie näher betrachtet werden. Zusammengefasst können sämtliche Veränderungen, die mittels Ultraschalles oder einer Röntgenuntersuchung nicht zu erkennen wären, mit einem Endoskop für uns sichtbar gemacht werden.

Das Endoskop selbst ist ein Stab mit teilweise flexiblem Schlauch. Eine Kamera mit Lichtquelle am Ende des Schlauches ermöglicht es, scharfe Bildaufnahmen in Echtzeit zu erstellen. Jede endoskopische Untersuchung wird am narkotisierten Tier durchgeführt.

Besteht der Verdacht, dass bestimmte Krankheitserreger oder auch entartete Zellen an der Symptomatik des Tieres beteiligt sind, können im Zuge dessen auch Tupfer- oder Gewebsproben entnommen werden, um diese in einem externen Labor auswerten zu lassen.

Video – Otoskopie

In der Otoskopie wird mit einem Ohrenspiegel (Otoskop) der äußere Gehörgang bis hin zum Trommelfell Ihres Tieres untersucht. Sie kann uns Hinweise auf Verunreinigungen, Bakterien, Pilze, Entzündungen oder auch Verletzungen des Ohres geben.

Neben der gängigen otoskopischen Untersuchung bietet unsere Praxis für Ihr Tier auch die Möglichkeit der Ohrenkontrolle in einer Video– Otoskopie. Diese Methode hat den Vorteil einer besseren Bildqualität und zudem können alle Bildaufnahmen in der Patientenkartei hinterlegt werden. So können Sie als Tierhalter*in die Ohren Ihres Tieres ebenfalls begutachten und eventuelle Befunde in der Besprechung besser nachvollziehen.

Manchmal wird die Video– Otoskopie auch gewählt, wenn die Untersuchung der Ohren für Ihr Tier sehr unangenehm oder schmerzhaft ist. Eine Begutachtung und Reinigung der Ohren, ist dann oftmals nur schwer umzusetzen. Im Falle von starken Schmerzen oder Abwehrreaktionen kann deshalb auch eine Sedierung notwendig werden, um Diagnostik und Therapie überhaupt zu ermöglichen. Gerade bei chronischen Beschwerden ist eine genaue Untersuchung mit gründlicher Reinigung unbedingt zu empfehlen. Im sedierten Zustand können die Ohren dann gegebenenfalls auch gespült und eventuelle Proben entnommen werden, um eine wirksame Therapie einzuleiten.

Laboruntersuchungen

In unserem praxiseigenen Labor können wir Blut-, Harn-, Kot und Hautproben sofort analysieren. Für Sie als Besitzer entfallen damit lange Wartezeiten bei Routineuntersuchungen. Komplexere Untersuchungen von Proben werden in unserem Auftrag von hochspezialisierten, tiermedizinischen Laboren durchgeführt, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten.

Zahnmedizin

Im Bereich der Zähne bestehen wir immer auf eine Voruntersuchung, da der Aufwand der Zahnbehandlung große Unterschiede zeitlich und preislich aufweist. Während eine einfache Zahnsteinentfernung in Narkose in einer Stunde erledigt ist, dauert eine intensive Behandlung mit Zahnröntgen und Zahnextraktion mehrere Stunden. Dank moderner Zahnröntgen-Technik ist es uns möglich detailgenaue Aufnahmen der Zähne und des Kiefers anzufertigen, die eine präzise Diagnose ermöglichen.

Tierzucht

Spezialgebiete unserer Kleintierpraxis sind im Bereich der Tierzucht orthodädische Vorsorgeuntersuchungen und die Reproduktionsmedizin (Gynäkologie, Andrologie und Neonatologie).

Je nach Rasse und Zuchtverband (zum Beispiel des VDH oder der FCI) sind für die Tierzucht bestimmte Untersuchungen vorgesehen. Diese Vorsorgeuntersuchungen haben das konkrete Ziel, dass Hunde bestimmte Krankheiten und Entwicklungsstörungen, wie zum Beispiel Ellenbogengelenksdysplasie (ED) oder Hüftgelenksdysplasie (HD) nicht weiter vererben.

Zu den Orthopädischen oder Röntgenologischen Vorsorgentersuchungen für die Zucht gehören unter anderem:

ED-Röntgen & HD-Röntgen

ED-Röntgen

Die Ellenbogengelenksdysplasie (ED) wird meist erblich hervorgerufen, kann aber auch durch Faktoren wie schnelles Wachstum, Fettleibigkeit oder falsche Fütterung begünstigt werden. Diese Erkrankung kommt häufig bei mittelgroßen bis großen Hunderassen vor. Festgestellt werden kann sie durch eine Röntgenuntersuchung. Hierfür muss das Tier in einer bestimmten Position gelagert werden, was eine Sedation des Tieres zur Folge hat.

HD-Röntgen

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) wird vererbt und kann bei allen Hunde- und Katzenrassen vorkommen. Zu einer HD kommt es, wenn die Hüftgelenkspfanne und der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens nicht exakt zueinander passen. Begünstigt wird dies, wenn die Gelenkskapseln und die Muskeln zu straff oder zu locker sind. Die zu erwartenden Folgen hieraus sind Arthrosen. Um ein Röntgenbild zu erstellen, dass gut zu beurteilen ist, muss der Patient in Rückenlage fixiert sein und die Oberschenkel leicht einrotiert werden. Auch für diese Untersuchung muss das Tier eine Sedation erhalten.

Wann ist eine HD/ED Röntgenuntersuchung sinnvoll?

Eine röntgenologische Untersuchung der Hüfte und des Ellenbogens auf HD und ED ist sinnvoll, wenn Ihr junger oder ausgewachsener Hund beispielsweise in der Spielstunde nicht gerne spielt, sich oft hinlegt oder sogar eine Lahmheit zeigt. Zusätzlich wünschen einige Zuchtverbände offizielle Röntgenuntersuchungen, die Sie bei uns in der Praxis durchführen lassen können.

Ein offizielles HD- oder ED- Röntgen findet meistens ab einem Alter von 12 bis 15 Monaten statt (je nach Zuchtverband). Dafür muss, wie auch bei einer nicht offiziellen Untersuchung, das Tier eine Sedation bekommen und sollte dafür nüchtern sein.

Die von uns angefertigten digitalen Röntgenbilder werden je nach Zuchtverband durch unsere Tierärzte oder den Gutachter des jeweiligen Zuchtverbandes augewertet. Eine Übermittlung der Röntgenbilder erfolgt in der Regel unkompliziert per E-Mail bzw. über das Online-Portal Vet-Z.

Für bestimmte Rassevereine, wie dem Verein für Deutsche Schäferhunde e. V. (SV), braucht der Tierarzt eine HD-Zulassung. Unsere Kleintierpraxis hat eine Zulassung auf HD/ED/LÜW und OCD-Röntgendiagnostik des SV.

Was muss ich zur Zuchtuntersuchung mitbringen?

Die Ahnentafel Ihres Tieres muss uns im Original vorliegen, sowie die Formblätter bzw. Anträge des jeweiligen Zuchtverbandes. Ihr Hund muss gechipt sein und sollte nüchtern vorstellig werden, da die Untersuchung zwingend in Sedation erfolgen muss.

OCD – Osteochondrosis dissecans

Die Osteochondrosis dissecans (OCD) ist eine Gelenkerkrankung die primär im Schultergelenk bei schnell wachsenden mittelgroßen bis großen Hunderassen ab einem Alter von 5 Monaten diagnostiziert wird. Seltener kommt die OCD auch im Ellenbogen- oder anderen Gelenken vor. Insbesondere sind der Boxer, Dogge, Deutsch Kurzhaar und Deutsch Drahthaar sowie der Riesenschnauzer betroffen. Bei bestimmten Rassen, zum Beispiel beim Deutsch Drahthaar, ist das Röntgen des Schultergelenkes auf OCD verpflichtend vom Zuchtverband vorgeschrieben. Diese Röntgendiagnostik wird im Zusammenhang mit einer orthopädischen Untersuchung in unserer Praxis durchgeführt. Im Falle eines positiven OCD-Befundes kann eine operative Versorgung in unserer Kleintierpraxis durchgeführt werden.

FPC – Fragmentierter Processus coronoideus medialis, Mediales Kompartment Syndrom

Bei einem fragmentierten Processus coronoideus medialis Wachstumsstörung im Bereich des Ellenbogen. Eine Inkongruenz im Ellenbogen ist die Folge dieser Entwicklungsstörung. Der sogenannte FPC wird in der Regel im Zusammenhang mit einem offiziellen ED-Röntgen (Ellenbogengelenkdysplasie) diagnostiziert beziehungsweise im Falle einer Lahmheit bei einer orthopädischen und röntgenologischen Untersuchung. Hierbei sind insbesondere schnellwachsende Hunde großwüchsiger Rassen betroffen., aber auch kleine bis mittelgroße hunde können betroffen sein. Typischerweise tritt diese Erkrankung beim Labrador, Labrador-retriever, Golden Retriever, Rottweiler, Berner Sennenhund oder großen Schweizersennenhund auf. Im Falle eines FPC-Befundes kann eine operative Versorgung in unserer Kleintierpraxis durchgeführt werden. In einigen ist eine weiterführende Diagnostik mittels CT (Computertomographie) oder Arthroskopie notwendig.

LÜW – Lumbosacraler Übergangswirbel

Im Allgemeinen besteht die Wirbelsäule des Hundes aus sieben Lendenwirbeln. Das sich anschliessende Kreuzbein (Sacrum) besteht aus drei Wirbeln, die sich bis zum 18. Lebensmonat miteinander verbinden. Übergangswirbel treten insbesondere am Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein auf, in diesem Fall spricht man von einem „lumbosacralen Übergangswirbel“. Sie können Merkmale eines Lendenwirbels, als auch Merkmale eines Kreuzwirbels zeigen, demensprechend spricht man entweder von Lumbalisation oder Sacralisation. Lumbosacrale Übergangswirbel kommen zum Beispiel beim Deutschen Schäferhund, Siberian Husky, Riesenschnauzer, Dobermann, Rottweiler oder auch Boxer auf, können aber auch jede andere Rasse betreffen. Die Folge eines lumbosacralen Übergangwirbels kann ein sich entwickelndes Cauda equina Syndrom (auch degenerative lumbosacrale Stenose genannt) sein. Hierbei handelt es sich um eine degenerative neurologische Erkrankung, die zu starken Schmerzen und mit der Zeit zu Lähmungserscheinungen führen kann.

Der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) empfielt seinen Züchtern eine Untersuchung auf den lumbosacralen Übergangswirbel (LÜW). Bei dieser Rasse wird der „LÜW“ mit einer Häufigkeit von 4,3 bis 20,5 % in der Literatur angegeben. Eine orthopädische und röntgenologische Untersuchung auf einen lumbosacralen Übergangswirbel kann bei jeder Rasse in unserer Kleintierpraxis durchgeführt werden.

Untersuchung auf Patellaluxation, PL, Luxatio patellae

Unsere Kleintierpraxis hat die offizielle Zulassung Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (BPT) für die Vorsorgeuntersuchung auf Patellaluxation. Die Untersuchung auf Patellaluxation ist bei einigen Hunderassen Pflicht für die Zuchtzulassung.

Von der Patellaluxation sind am häufigsten Zwergrassen betroffen wie zum Beispiel: Malteser, Yorkshire Terrier, Zwergpudel, Pekinese, Chihuahua, Mops, Französische Bulldoggen, Papillon, Boston Terrier, Foxterrier, u.a.

Auch mittelgroße Rassen wie der Chow Chow, Shar-Pei, Englische Bulldogge oder American Bulldogg sind betroffen. Seltener sind große Hunderassen wie Bernhardiner, Boxer, Berner Sennenhund oder auch der Entlebucher bzw. Appenzeller Sennenhund betroffen.

Für Hundezüchter ist unsere Kleintierpraxis ein wichtiger Ansprechpartner im Bereich der Reproduktionsmedizin. Vom Deckzeitpunkt bis zur Geburt der Welpen gibt es professionelle Unterstützung unserer Tierärzte.

Deckzeitpunktbestimmung

Der bestmögliche Zeitpunkt des Deckaktes kann durch zwei verschiedene Untersuchungen festgestellt werden. Zum einen durch die Bestimmung des Progesteronwertes, der anhand einer Blutuntersuchung bestimmt wird. Dies erfolgt meist an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen, um den besten Zeitpunkt für den Deckakt herauszufinden. Zum anderen kann ein Abstrich der Vaginalschleimhaut genommen werden. Mit diesem Abstrich können die entnommenen Zellen unter dem Mikroskop beurteilt und so der Zyklusstand der Hündin bestimmt werden.

Die Progesteronwertbestimmung (Catalyst/IDEXX) als auch die Vaginalzytologie werden in unserer Kleintierpraxis routinemäßig als „in house“ Labordiagnostik durchgeführt und ein genaues Ergebnis liegt innerhalb weniger Minuten vor.

Künstliche Besamung

Falls Probleme beim Deckakt auftreten sollten, besteht die Möglichkeit der künstlichen Besamung. Hierbei wird der Rüde manuell abgesamt. Die Samenqualität wird unter dem Mikroskop überprüft und bei passender Qualität wird die Hündin manuell mittels spezieller Inseminationskatheter/„insemination tubes“ besamt. Die Besamung wird meistens ein bis zwei Mal an aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Nach frühestens 21 Tagen kann durch eine Sonografie die Trächtigkeit untersucht werden. Ab dem 50. Tag der Trächtigkeit ist eine röntgenologische Untersuchung sinnvoll, um die Anzahl der Welpen zu bestimmen.

Trächtigkeitsultraschall und Trächtigkeitsröntgen

Die sonographische Untersuchung auf Trächtigkeit, auch Trächtigkeitsultraschall genannt, ist ein zuverlässiges Verfahren, um festzustellen, dass eine Hündin, eine Katze oder ein Kaninchen tragend sind. Die Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall wird zwischen den 20. Und 30. Tag nach der Bedeckung bzw. dem Eisprung (Ovulation) bei Hund und Katze durchgeführt. Dadurch kann ermittelt werden, wie viele Welpen ca. zu erwarten sind. Nach dem 30. Tag der Trächtigkeit sind die Welpen schon deutlich weiter entwickelt, so dass es mit zunehmender Größe schwieriger wird die genaue Anzahl der Nachkommen zu ermitteln. Zwischen dem 50. und 63. Tag der Trächtigkeit ist wiederum die Röntgendiagnostik für eine genaue Anzahl der zu erwartenden Welpen das richtige diagnostische Hilfsmittel. Sowohl die Ultraschalluntersuchung als auch die Röntgendiagnostik können zum Zeitpunkt der Geburt gute Hilfsmittel sein, um eine Geburtsstörung (Dystokie) zu diagnostizieren. So lässt sich zum Beispiel mittels Ultraschall die Herzfrequenz der Feten in der Gebärmutter (Uterus) ermitteln. Fällt die Herzfrequenz unter 130/Minute ist dies eine Indikation für einen Kaiserschnitt. Durch eine röntgenologische Untersuchung lässt sich wiederum eine Fehllage (z. Bsp. Querlage) oder ein zu großer Fötus (z. Bsp. bei einer Einlingsgeburt) feststellen.

Geburt/Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Bei Hunden und Katzen oder Heimtieren wie Kaninchen und Meerschweinchen kommt es nicht selten vor, dass aufgrund einer Störung des Geburtsvorganges (Dystokie) ein Kaiserschnitt nowendig wird. Dies kann vielfältige Gründe haben. Hierbei unterscheidet man zwischen maternalen (mütterlich) und fetal (vom Fetus ausgehend) bedingten Schwergeburten. Bei maternal

Blutspende

Bei Unfällen oder schweren operativen Eingriffen verlieren Tiere manchmal sehr viel Blut und es kommt vor, dass unsere Patienten eine Bluttransfusion benötigen. Hierfür haben wir eine Spender-Kartei eingerichtet und freuen uns über engagierte tierische Blutspender. Alle mutigen Helfer bekommen von uns zur Belohnung ein kostenloses Blutbild und natürlich viele, viele Leckerlis.

 

 

 

Dermatologie

Ein dermatologischer Vorstellungsgrund in unserer Praxis, also die Abklärung von Erkrankungen der Haut, des Fells, der Krallen und der Ohren, wird in unserem Praxisalltag immer mehr.
Dermatologische Erkrankungen bergen oftmals eine besondere Belastung sowohl für Mensch als auch für Tier, weshalb wir für unsere Patienten auch hier bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite stehen möchten.

In unserer Praxis haben wir verschiedenste Möglichkeiten unseren Hautpatienten zu helfen und ihrem Leiden auf den Grund zu gehen:

 

Parasitennachweise mittels Kammprobe, Trichogramm, tiefem und oberflächlichem Hautgeschabsel
Parasiten können nicht nur lästig und schädlich für unsere Haustiere, sondern auch für Menschen sein. Je nach vermutetem Parasiten werden verschiedene diagnostische Methoden mit unterschiedlicher Invasivität verwendet.
zytologische Beurteilung von Hautabklatschproben, Tesafilm- oder Ohrtupferpräparaten
Eine zytologische Beurteilung, also die Untersuchung von durch Abklatsch oder Betupfen gewonnenen und gefärbten Zellen unter einem Mikroskop, hat in der Dermatologie eine große Rolle, da damit eine exakte Beurteilung von Entzündungsarten oder -erregern (zum Beispiel Bakterien und Hefen) bei Haut- oder Ohrenentzündungen bestimmt und gezielt behandelt werden können.
Videootoskopie
Bei chronischen oder dauerhaft rezidivierenden, also ständig wiederkehrenden, Ohrenentzündungen haben wir die Möglichkeit den gesamten Gehörgang mittels Videootoskopie zu beurteilen und die medizinischen Befunde für die Zukunft zu archivieren.

Gerade bei schweren Ohrenentzündungen ist es mitunter hilfreich in Sedation eingehend das Ohr zu reinigen und mit Hilfe der Videootoskopie auch die tiefen Anteile des äußeren Gehörganges, vor allem des Trommelfells deren Unversehrtheit zu beurteilen.

Feinnadelaspiration und Entnahme von Hautbiopsien
Für die Diagnostik von Umfangsvermehrungen oder bestimmter Hauterkrankungen ist die Entnahme von Zellen (Feinnadelaspiration) oder Teile der Haut (Biopsie) von Nöten.

Oftmals ist die Probennahme im wachen Zustand mit Hilfe einer lokalen Anästhesie durchführbar.

Um eine bestmögliche und fachliche Beurteilung der dadurch gewonnen Proben zu erreichen senden wir Feinnadelaspirationspräparate und Hautbiopsien in pathologische Fremdlabore.

Allergietests mittels Blutuntersuchung und ausführliche Allergieberatung (Diagnostik, Therapie, Fütterung, Management)
Allergische Reaktionen können sowohl durch Umweltallergene (meist über den Atemtrakt aufgenommen, wie z.B. Pollen) als auch durch Futtermittel ausgelöst werden und unterscheiden sich immer aufgrund der jeweiligen Ursache oftmals grundlegend in Diagnostik und möglicher Therapie.

Eine grundlegende fachliche Aufarbeitung und die Erarbeitung eines Diagnostik- und Therapieplanes einschließlich Fütterungsberatung sind bei uns problemlos möglich.